Lx Philosophischer Geist
die richtigsten Begebenheiten zu verfälschen, zu ver,
kleistern, und anzustreiten, und zum öftesten Ver,
leumdung und Unwahrheit an ihre Stelle zu ft,
Hen. Was wir hier eine Kühnheit heißen, wollen
wir nicht mit einem Ausdrucke bezeichnen, welcher
nachdrücklicher und vieleicht schicklicher wäre. Aber
^ laßt uns zu einem andern Punkte schreiten.
Der Geist Wie soll ein Mensch, der einen richtigen Ver,der Trug- .
Müsse, stand hat, der die Ordnung und dre Verbindung
einsieht, welche die Begriffe mit einander haben
sollen, der die Folgen und die Grundsätze gegen
einander stellet, der sie zusammenhält, um zu urthei,
len; wie soll er alle jene Verirrungen der Vernunft,
schlösse, jene Verwicklungen der Trugschlüsse, jene
beständigen Widersprüche ansehen, welche man
beynahe in allen Werken jener großen Gegner der
Religion und der Wahrheit antrifft, und welche
ihre vorzüglichsten Waffen sind? Kühne, verach,
tenswürdige, gefährliche Sophisten! Es genügte
mit diesen dreyen Worten, um ihr Bild und ihre
Schilderung zu vollenden.
Denn was ist ein Sophist? Ein Mensch, wel«cher die sichersten Grundsätze bloß zu verdunkeln,und die Wahrheit zu umhüllen trachtet. EinMensch, der nur bcschäfftiget ist, Mittel auSzufin-den, wodurch er hintergehen, bekriegen, und ver,führen möge. Ein Mensch, der sich hütet, diedeutlichsten, bekanntesten, einfachsten Ausdrückeund Gedanken zu brauchen, und der dafür andere
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