r. Philosophischer Geist
so sehr geschwächt ist, daß man die Stimme, dieDrohungen, die Urkheile der geistlichen Oberhir,ten, allgemein verachtete. Etliche Glieder ausder Heerde, welche sich der Bosheit ganz geweihetund Preis gegeben Haber;, würden zwar über dieseDrohungen und Unheile trotzig hinwegtreten; aberdie größere Zahl würde darauf Achtung geben, und,obgleich mit Mühe, dennoch sich danach fügen.Wenn man mit so vielem Lärmen, mit so vielerHitze, wider jenen Gebrauch der geistlichen Gewaltschreyt; so geschieht es, weil man sie noch fürchtet,und weil man sich schmäuchelt, man werde es durchdieses Schreyen so weit bringen, daß dieselbeschüchtern gemacher, und gehemmt werde. Aberdas Geschrey und der Widerstand eines Krankenmuß die Hand eines geschickten Leibarztes nichtsperren, welchen; es, durch einen schmerzlichenSchnitt, gelingen mag, ihn noch zu retten. DieWeisheit erfodert, daß man alle diese Gattungenvom Widerstande herzhaft übersteige; und es istrühmlich/ einen Kranken, auch wider seinen Willlen, gesund zu machen.
Endlich müssen sich die Hirten allen Gefahrengroßmürhig außsetzen, und bereit seyn, zur Erhalltung ihrer Heerde, ihre Seele und ihr Leben auftzuopftrn. Nichts ist herrlicher, ehrwürdiger, underhabener bey der .^ürde der geistlichen Oberhirren,als daß sie, auf Erden und in der christlichen Gtmeine, die Stadthalter Jesu Christi sind. Auf
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