unserer Zeiten. xi,ix
Also ist heut zu Tage die Denkensart, also sinddie Sitten beschaffen. Aber wie möchte man, undwie sollte man dem Nebel abhelfen?
Sobald man erfährt, daß ein Land mit eineransteckenden Seuche behaftet ist, ergreift man alleklügste und wirksamste Verwahrungsmittel, umsich davor sicher zu stellen; man errheiler die stren«gesten Befehle, um zu verhindern, daß jene, beydenen das Nebel herrschet, sich nicht mit den Bür,gern vermengen mögen; man verbeut unter denschweresten Strafen alle Gemeinschaft mit jenenMenschen, die mit der Seuche behaftet sind; alles,was von ihnen herkömmt, ist lediglich verbothen,und man verfehlet«: sich gegen die ganze Gesell,schaft, wenn man das Verboth verachten, und sichweigern wollte, demselben Folge zu leisten.
Diese strenge Verordnung genüget manches-mal , ganze Staaten zu retten; eine gleich strengeVerordnung, von Seite der geistlichen Oberhir-ten, würde den größesten Theil der Heerde von deransteckenden Seuche des philosophischen Geistes UN,fehibar retten.
Es würden sich zwar die stolzen Gemütherdawider sträuben; die Freydenker würden sichdarüber lustig machen; die SraatSklügler würdensie verdammen; die Schwachen in der Religionwürden darüber klagen: aber deßhalben würdedennoch die Seuche gehemmet werden. Man weißganz wohl, daß der Geist der Religion noch nichtI. Band. d st»