unserer Zeiten. xxix
billig und gegründet seyn. Aber wie sehr wird dasErstaunen zunehmen, wenn man bemerket, mitwelcher Geschwindigkeit diese unselige Seuche sichverbreitet, und jedes Alter, und alle Stände an,gestecket hat? Gleichwie der geheiligte Geschicht-schreiber, wo er von der Sündflurh spricht, inwelcher die lasterhafte Welt verschwemmct werdensollte, uns saget , es habe dort Niemand gelebet,der von den Ausschweifungen und von dem Verderb-nisse frey geblieben wäre: Omm8 quippe cnrcrcorruperat viam lusm Aiper terram; ebenalso kann man heut zu Tage sagen, es sey keinAlter und kein Stand von dem anstecken-den Gifte des philosophischen Geistes frey geblie,ben. >
Wenn die Schriften der meisten Philosophenimmer so verwägen, verdächtig, und fehlerhaft imSchließen sind; wenn gleich ihre Scharteken, Ge-schichten, vermischte Sammlungen, Anmerkungenzum öftesten nichts, als ein Gemenge von Lügen,Ungereimtheiten, Lästrungen, Bosheiten enthal-ten ; wenn sie gleich gemeinlich keine andere Absichthaben, als den Stolz und die Leidenschaften, aufden Sturz der Religion und die Vernichtung derguten Sitten, aufzubauen: so machen dennoch ebendiese Schriften heut zu Tage den allgemeinen Ge-schmack und das gewöhnliche Bestreben aus: dar-aus glaubet man die unbeschränkte Weisheit zuschöpfen. Man weiß alles nach seinem Wahne,
sobald