imftker Zeiten. . xxv
schuld so lange hingehen, bis man sie lasterhaftmachen kann; und sobald das Gefühl der Lust inihnen aufzukeimen und sich zu entwickeln anfängt,versuchst man alles, um es zu reizen, zu erhitzen,und siegen zu lassen. Also geht die Unschuld verlorren, und ist schon verloren, ehe die Jugend nochZeit gehabt hat, sich zu kennen. Hat man einmaldiese verloren, so kann nichts mehr im Zauins hal,ten: Gesetze, Wohlstand, Religion, weise Er.'Mahnungen, alles wird verachtet; man wird überalles ungehalten; man geht über alles weg.
Eine feurige Jugend, welche nach der schönenLehre der Philosophen erzogen worden ist, nimmtvor der Welt und in den Gesellschaften ein Betra-gen und Geberden an, welche weit mehr von derSchaubühne, als von einer klugen und ehrbarenAnständigkeit, an sich haben. Sie getrauet sich ei,ne entscheidende Sprache zu führen, und erbärmli-che Grundsätze vorzntragen, die sie kaum halb ver-steht. Sie würde nichts für schändlicher achten,als ein Zeichen von der geringsten Abhängigkeit zugeben; und jenen, von welchen sie das Leben hat,bleibt nichts übrig, als über die Beyspiele, die sieselber gaben, oder über die schwachsinnige Nach-sicht , die sie hatten, zu seufzen.
Die eheliche Treue hatte, unerachtet der An,fälle und etlicher Siege von Ruchlosen, noch alle-zeit die Achtung behalten, die man ihr schuldig ist.Die Ehre war ihre vornehmste Schutzwchre; dirb s ' Gese,