XVI Philosophischer Geistund nothwendigsten Wahrheiten zu beleuchten; undzugleich ist sie ein Mittel, um die Leidenschaften ein,zuhalten, zu lenken, und zu beherrschen. Aber diePhilosophen, von ihrer stolzen und angrmaßtenWeisheit berauschet, würdigen sich nicht, demLichte nachzugehen: voll Begierde nach allem, wasden Sinnen schmäucheln kann, lassen sie die Glück,seligkeit in diesem allein bestehen; und zur Schan,de der Vernunft und der wahren Weisheit, stellensie jene, welche die Aussprüche der Religion nochanbethen, und nicht allen Leidenschaften, wie sie,freyen Zügel schießen lassen, als eitel schwächst»,nige oder thörichte Leute vor. Die Ruchlosig,keit des Verstandes und die Ruchlosigkeit des Her,zens sind also die zwo wahren Ursachen, die zweenHauptgründe des philosophischen Geistes, und diezwey großen Triebräder, welche bey denen, die da-von besessen sind, alle Bewegungen, Handlungen,Schriften, und Worte Hervorbringen.
. Die Ruchlosigkeit des Verstandes: Vermittelsteines stolzen, beißenden, und entscheidenden Tones,oder etlicher künstlicher und verführerischerAbsprün,ge, oder einiger Spottreden, welche oft mehr grobund verwägen, als fein und sinnreich sind, greiftman die unwiderleglichsten Gcundsäße an; man bs,streitet die gewissesten Begebenheiten; man wirftsich gegen Wahrheiten auf, welche zum beständig,sten und allgemeinsten angenommen waren; mansehet allen Wohlstand und die nothwendigste Ge,
bührr