unserer Zeiten. xv
Wahnsinn ihnen eingegeben hat. Damit wir aberdiesen nachdrücklichen Begriff ein Bißchen weitläu-figer entwickeln mögen, wollen wir sagen : Der phi-losophische Geist unserer Zeiten ist ein Stolz, wel-cher nur die Unabhängigkeit anpreist, und keineGattung von Unterwerfung erkennen will; einvermessener Eigendünkel, welcher, ohne Nachsin,nen und ohne Untersuchung, sich getrauet, überalles Aussprüche zu thun; ein Hang zur Ruchlo-sigkeit , welcher sich nichts verweigern kann; eineunüberwindliche Widersetzlichkeit gegen alle billige,aber beschwerliche Pflichten, welche die Religionaufleget; eine gezwungene Verachtung oder eingekünsteltes Mitleid gegen jene, welche die gehenligtesten Dinge noch in Ehren halten. Mit einemWorte: dieser philosophische Geist ist der geschwo-rene Feind von der Religion, von der Weisheit,von den Sitten, und von der Wahrheit.
Wir können begreifen, daß die Beschreibung,wie sie nun gemacht worden ist, nach dem Geschma-cks der Anbether von der neuartigen Philosophienicht seyn werde. Aber ihre Misbilligung magschon für den ersten Beweis gelten, daß sie auf dieWahrheit gegründet ist. Dieses wird man nochfühlbarer merken, wann wir die Gründe, woraufdieser neue philosophische Geist gebauet ist, werdenauseinander gcleget haben.
Die Religion ist ein Licht, welches dem Mm- Seine wch-.. , , ' , . . . ^ ren Gründe
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