X Philosophischer Geist
len für die unstreitigsten, für die sichersten angese-hen worden waren: so wird man auch gestehenmüssen, daß niemals etwas, oder für dis Religion,oder für die Gesellschaft, schädlicher gewesen ist.
Schriftsteller, welche der Gottlosigkeit geweihetsind, haben gefährliche Talente angewendet, umihn anszubreiten; Lenke, welchen die Leidenschaftenthener sind, haben ihn nach ihrem Geschmacks ge,fanden; jene, welchen die bürgerliche oder die geist,liche Gewalt vertrauet ist, haben eine Achtung,Nachsicht, Mäßigung angenommen, die man ge-misbrauchet hat. Das Nebel ist gleichsam allge-mein geworden; das Gift hat jeden Stand undjedes Alter angeftcssen; dis geheiligtesten Ständesind nicht ganz davon ftey geblieben; die Nationselbsten staunet über ihre Veränderung; und mankann beynahe nichts mehr thun, als kläglich aus«rufen: Es ist zu spät, auf Mittel zu sinnen, nach-dem man durch achtlose Zögerung dem Nebel Zeitgenug gelassen hat, Wurzeln zu fassen.
-8ero mecliLina psratur,
Eüm mala per!onZ 38 invaluere mon*
Daftrn es nicht möglich ist, das Nebel ganzaus der Wurzel zu reißen, wollen wir zum wenig-sten versuchen, demselben Einhalt zu thun. Undzu diesem Ende werden wir erstlich bekannt machen,was jener philosophische Geist sey, den wir zu be-streiten uns unterwinden: wir werden die Gründe