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Das alte Passional
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Vorwort

Ich übergebe jetzt auch den abdruck des lange verheifsenen Pas-sionais, eines wertvollen denkmals unserer altern geistlichen lite-ratur, das aber bisher ungedruckt nur von sehr wenigen benütztwerden konnte. Den namen Passional führt es schon bl. l a undbl. 3 d in den roten Überschriften und es soll damit angedeutet sein,dafs die geschickten, die es erzählt, tragisch ausgehen, gleichwieunser hauptepos auch vorzüglich wegen seines ausgangs die Über-schrift der Nibelunge not erhalten hat.

Es handeln aber die erzählungen unsers Passionais von Christusund Maria, von den aposteln, von engein, namentlich von Michael,von Johannes Baptista und Maria Magdalena. Sie sind in zweibüchev eingeteilt: das erste handelt von Christus und Maria, dasandere von den übrigen. Jedem der beiden bücher ist eine vorredebeigegeben. In der vorrede des ersten buchs, welche in der rotenÜberschrift prologus genannt ist, wird gottes macht und herrlichkeitverkündet und sein beistand erbeten zu dem werk, welches derdichter beginnen will. In der vorrede zum andern gibt der dichtereine gedrängte inhaltsanzeige sowohl des schon fertigen ersten buchsals auch des darauf folgenden, vgl. blatt 105' c . Die abschnitte vonengein und von Maria Magdalena haben jedoch wieder jeder seineeigene vorrede.

In beiden büchern fehlt es nicht an episoden. Ich will nur ausdem ersten auf die von Pilatus aufmerksam machen, blatt 53 b , ausdem zweiten aber an das capitel, wie Jerusalem %erstceret wartblatt 182 d erinnern.

Sehr verschieden sind die quellen, deren sich der verfafsernach seiner eigenen angabe bedient hat. So nennt er bl. 3 b diemeister in latin; ferner heifst es 14 c als die crönken sagen 63dnach der evangelisten sage und an dem selben ort wird auch meisterJosephus und dar %uo Jeronimus aufgeführt und endlich 125° actusaposfolorum als quelle angegeben. Wieder einige andere hat sichGervinus angemerkt, die er I, 524 angibt. Aus diesen verschieden-