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Das alte Passional
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artigen quellen läfst sich entnehmen, dafs uns der dichter sehrbunte berichte von ungleichem wert gibt, die bald einfacher undglaubwürdiger, bald spitzfindiger und ungereimter sind. Aber diegeschickte art, womit der verfafser seine gegenstände vorträgt,bleibt sich beinahe überall gleich und man folgt ihm nicht ungernwenn auch das was er sagt nicht so aufmunternd ist.

Seinen namen hat der dichter, gegen die gewöhnliche Sittejener zeit absichtlich verschwiegen. Er fürchtet, das buch möchteihm manche neider und verläumder zuziehen, denen derjenige, derihn dazu aufgefordert habe, befser gewachsen sei. Sieh bl. 230.

Das Passional hat in der heidelberger hs nro 352 und auch inandern wie gesagt 2 biicher. Ein drittes buch, das leben der mär-tyrer von Nicolaus bis Katharina enthaltend, soll sich zu StrafsburgBibi. Joh. A. 77 befinden. Sieh Mafsmann, geI. anzeig, der kön.bayer. acad. der wifsenschaften 1839, nro 12. Ob es wirklich einefortsetzung von unserm dichter sei, weifs ich nicht. Wenn aber demso ist, so wünsche ich, dafs ein anderer, dem die strafsburgcr hszugänglich ist, recht bald die lücke meines buchs ausfüllen möge.Schon die vielen seltenen ausdrücke sowie die dialectischen eigen-heiten, durch welche unsere aufmerksamkeit für diesen dichter be-deutend erhöht wird, würden die nachlieferung des fehlenden sehrwünschenswert machen. Die beiden von mir herausgegebenenbücher sind der vorhin erwähnten heidelberger hs entnommen. Ichfieng die abschrift derselben schon vor vier Jahren an, konnte sieaber nur unter häufigen Unterbrechungen fortsetzen und jetzt erstzu ende führen. Die abkürzungen der hs, die ich in der abschriftalle beibehalten halte, sind bis auf einige wenige im druck aufge-löst worden. Ebenso liefs ich die grofsen anfangsbuchstaben, sowiedie j neben i, die ^ neben a, weil sie das original teils ungenau,teils mehr ausnahmsweise anwendet, lieber ganz weg. Fehler derhs sind teils schon in der abschrift verbefsert worden, entweder imtext selbst, oder in den kleinen noten darunter, teils fielen sie Inh-aber auch erst bei der correctur auf und dann war es leider nichtalle mal möglich, den leser davon in kenntniss zu setzen. Um dahernicht zu viel in dieser weise zu ändern, liefs ich manches lieberstehen, was freilich zu mehrerlei inconsequenzen veranlafsung gab.

Heidelberg, 28. oetbr. 1844.

11. A. Hülm.