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Untersuchungen über König Rother
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4957)*), und doch erhalten wir dadurch eine lebhaftere Vorstellungvon dem Alten, als eine seitenlange Beschreibung eines höfischenDichters uns zu geben im Stande wäre. Ähnliches gilt von den Riesen.Wo aber doch eine kurze Schilderung nöthig wird, gibt sie der Dichteraus Anschauung irgend welcher Personen der Dichtung, vgl. 652. 687und 692. 1830. 1865 ff. Genug wir haben hier dieselbe Erscheinungwie in den Nibelungen, eine der am meisten charakteristischen Eigen-heiten des volkstimmlichen Stils gegenüber dem höfischen. Demnacherwecken einige recht breit ausgeführte Kleidungsschilderungen, die sichauffallender Weise im Rother finden und zum Theil recht merklich vonihrer Umgebung abstechen, namentlich durch Glätte im Vers und Reim,von vorn herein den Verdacht der Interpolation.

Zuerst fallt die Stelle 1817—1825 auf. Die einleitenden Worte'uns sagit daz liet mere, (d. h. 'mehr, 'ferner, da schon etwas von derKleidung erwähnt ist, nämlich die Armbouge) sind schon verdächtig.'Daz liet’ scheint, wie oben ausgeführt, die Bearbeitung, nicht die Vor-lage zu meinen. Auffallend ist ferner cröne — kranz, overmöt (vomGewände), ritarlich, cyclat, gestikit. Ist die Stelle interpoliert, so mußursprünglich statt 'dar undir 1829 etwas anderes gestanden haben.

1849 — 1864 . Mit 1848 scheint die kurze, aber ausreichende Schil-derung vom Schmucke Dieterichs und seiner Mannen abgeschlossen,1865 ff. schließt sich ungezwungen an. Dagegen wird 1849 noch ein-mal zu einer genaueren Beschreibung des Anzuges angesetzt. Dazukommen wieder verschiedene sonst gar nicht oder sehr selten vor-kommende Wörter, die nicht alle durch den verschiedenen Inhalt be-gründet sind, so inville, hermelin, cyclätin, ubirglast, edelicheit, smecken;besonders aber die Erwähnung der 'blatvoze weist höchst wahrschein-lich nach Baiern, wenn es auch nicht die Kenntniss des Herzog Ernstnothwendig voraussetzt; vgl. Rückert LIX. Endlich steht 1852 'dieherren wo man 'die recken erwartet, was auch 1840 steht.

Von den schon oben angeführten Stellen, die Berhters Rüstungund Kleidung schildern, hat die erste 3495—3500 wieder 'overglast’,die andere 4931—4956 zeichnet sich durch ganz besondere Reinheitder Reime und glatten Versbau aus, enthält die sonst nicht vorkommen-den Wörter spiln 4936, capelün 4938, satilboge 4945, aldgris 4956. Am

*) Erst gegen das Ende, wo überhaupt die Interpolationen sich mehren, er-scheinen verspätete Beschreibungen von Berhters Kleidung und Rüstung 3495—3500 und4931—4956, beide Mal wohl veranlasst durch die vorgehende Anspielung auf Berhtersgewaltigen Bart, die dem Bearbeiter zu kahl erscheinen mochte.