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Untersuchungen über König Rother
Entstehung
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der M. B. IX 431. X 397. [245] in den Jahren 1140. 1160. 1185 er-scheint; (vgl. VIII 302 im Necrologium von Diessen: Arnoldus comespater fundatoris nostri Perhtoldi).

Ich gehe von folgenden Gesichtspunkten aus. Die kurzen An-spielungen auf bairische sagenhafte oder historische Ereignisse könnennur aus einer Gegend stammen, wo sie verstanden wurden, d. h. ausBaiern selbst. Ferner die Verherrlichung der Tengelinger und desbairischen Stammes überhaupt konnte wohl nirgends anders in dasGedicht kommen. Endlich die Persönlichkeit Wolfrats ist an vielenStellen offenbar hin ein geflickt, wie ich nachher zeigen werde, und lässtsich fast überall ohne weiteres entfernen, ohne daß der Zusammenhangdarunter litte; während Berhter mit den Seinen, obgleich auch derSage eigentlich fremd (vgl. die fictrekssaga), viel enger mit dem Stoffeverwachsen ist, und selbst die so fern abliegende Karlssage sich in deräußern Form weit besser angefügt hat. — War es von vornherein dieAbsicht, die Tengelinger zu verherrlichen, so war doch Gelegenheitgenug schon Amelger mehr hervortreten zu lassen, z. B. bei der Be-rathung über die Werbung und über die Herfahrt ihn neben Berhter,Luppolt und selbst Hermann auftreten zu lassen. Auch Wolfrat selbstkann ursprünglich nicht eine so bedeutende Rolle wie in der vorliegen-den Gestalt gespielt haben, da er an der Berathung Rothers mit Berhterund Luppolt über Constantin 4452 ff. nicht Theil nimmt, wie auchRother in die Stadt Constantinopel nur von Berhter (und Luppolt) be-gleitet wird, wie ferner bei der Belohnung der verdientesten Mannen4877 ff. nur Luppolts und Berhters gedacht wird. Andererseits ist garnicht abzusehen, wie ein Bearbeiter die bairischen Geschlechter undnamentlich die Tengelinger ganz unmotiviert hätte hineinbringenkönnen. Ein Anknüpfungspunkt musste da sein. Am einfachsten scheintmir die Annahme, daß mit Dietrich auch Amelung (Amelolt von Garten)und sein Sohn Wolf hart in den Sagenstoff eintraten, dann aber, alsdie Sage von der Lombardei durch Tirol nach Baiern kam, im süd-lichen Baiern mit historischen oder mythischen Personen identificiertwurden als Amelger und Wolfrat von Tengelingen. Wolfhart findetsich in der Hs. neben Wolfrat, freilich nie im Reim, wie auch diefidrekssaga Ulfhardr und Ulfrädr neben einander hat. Dort muß auch,wahrscheinlich schon vorher, die Person Berhters und die seiner Söhne— beeinflußt oder unabhängig von der Wolfdietrichsage — sich mitdem Stoffe verbunden haben. Diese Ansicht wird, wie ich meine, nichtwenig dadurch gestützt, daß im Biterolf (vgl. H. S. 145) Rienolt undRandolt von Mailand, Berbers kint (4601 f.) auftreten, daß dort Rienolt