5
Müllenhoff in Z und E um die Mitte des XIII. Jhs. setzt), in dem sichja so viele Beziehungen auf Gedichte aus der Heldensage finden, scheintauch den Rother gekannt zu haben. Daß der Mann die Schläge seinesWeibes mit denen des Riesen Asprian vergleicht und ausruft:
Ob si worden wser ein manNoch küener wsers den Asprian,
könnte allerdings auch wohl auf ein anderes Gedicht bezogen werden.Doch folgert schon Müllenhof (Z und E Haupt XII 367) hieraus Be-kanntschaft des Rosengarten’ „oder auch die fortdauernde Bekannt-schaft des Rüther.“ Vollends aber die Worte 765als ein bere
Der an einer lannen strebet
von dem Weibe, das festgehalten an fernerem Kampfe verhindert wird,verglichen mit Rother 1651 Der begunde bremin als ein bereund 1039 Do stribete er an der lannen,beides von Widolt gesagt, machen es mir wenigstens höchst wahr-scheinlich, daß der Verf. unser Gedicht gekannt haben muß. Aberauch aus diesem Zeugnisse ist für die Datierung des Rother nichtsgewonnen.
Ob aus den von Rückert angeführten Berührungen mit der'Kaiser-chronik’ und Lamprechts Alexander (vgl. Rückert LVIII) auf Kennt-niss dieser Gedichte geschlossen werden darf, scheint mir zweifelhaft,(auch würden sie nach meiner Ansicht nur für die Zeit der Bearbeitungeinen Anhalt geben).
Daß der Verf. des Morolt den Rother gekannt haben muß, führtRückert IX aus. Doch lässt sich daraus wenig gewinnen, weil bis jetztwenigstens eine genauere Festsetzung der Abfassungszeit des Moroltnoch nicht gelungen ist. — Auf Beziehungen zum Wolfdietrich undzum Ernst komme ich im dritten Theile.
Von historischen Beziehungen ist vor allen wichtig die vonWilken (Gesch. der Kreuzzüge II, Beilage Nr. 5) zuerst gefundeneÄhnlichkeit im Charakter des Constantin und des historischen KaisersAlexius Comnenus, der 1081 — 1118 regierte, ja selbst im Charakterder c alden koningin’ des Gedichtes mit der Gattin des Alexius (vgl.Rückert Lllff.). Genau so charakterlos schwankend v. ie Alexius gegendie Kreuzfahrer (s. Wilken II 308) tritt Constantin gegen DietrichsReckenschar auf, aufgeblasen, hochmüthig, wenn die Feinde fern,kriechend demüthig, wenn sie nahe sind (vgl. 946 und dagegen 962 ff.,984 ff. und dagegen 1007 ff., 2580 f. und dagegen 2593 und 2611 u. s.w.).Die Wahrscheinlichkeit wird zur Gewißheit durch die Beziehung au