j$6 Wißen, Glauben
Selbst für einen Verstand , dem die syn-thetische Einheit des ganzen Universums in'ewigen Ideen vor der intellektuellen Anschau-nng läge, bleibt die gleiche Schwierigkeitstehen, auch dieser kann nicht aus seiner in-tellektuellen Anschauung heraustreten, umzu vergleichen, ob das Universum seiner Er-kenntniss auch ausser ihr Realität hat. Dieeinzige Erkenntnissweise. für .die das Seyn ansich ihrer Gegenstände gewiss wäre, wäredie einer schaffenden Vorstellungskraft, wieLeibnitz sich die Gottheit dachte, indem hier,die Erkenntniss eben die Ursach des Seynsihrer Gegenstände wird, welches gerade dasumgekehrte Verhältniss ist. Allein eine sol-che göttliche Vorstellungskraft könnte denndoch nach unserer Ansicht nicht einmal zumSelbstbewusstseyn gelangen , weil kein Dingschlechthin sich selbst hei Vorbringen kann.
Wir sind also nicht :m Stande zu bewei-sen , dass die Gegenstände unsrer Erkennt-niss an sich seyen, dadurch aber ist auch dasGegentheil noch nicht klar. Wir müssen al-so entweder geradezu beweisen, dass die Ge-genstände unserer Erkenntniss keine Dingean sich sind, und seyn können, oder wirmüssen den ganzen Streit unentschieden liegenlassen. ...
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