45
nung, Pietät, die andern über Gewalt, willkühr«liche Handhabung des Rechts, und entsittlichendeEinflüsse von oben herab, über Mangel an Gemein-geist und Selbstverläugnung; die Einen klagen überBefangenheit und Vorurtheile, die Andern überFrechheit, Anmassung und Voraussetzungslosigkeit."
Was H. in diesen Worten sagt, ist völligwahr. Prüfen wh? aber den Kern und Gehalt sei-ner Worte noch genauer!
Wahr ist, wie gesagt, vor allem, daß unsereZeit von all' jenem Geschrei auf jeder Seite ertönt.Ob aber auch wahr ist, was man schreit? Ja!oder Nein! Nur diese beiden Fälle sind denkbar,oder eine Mischung von Beiden. Ich nehme, waöman mir gibt. Liegt die Ursache darin, daß eSwirklich objektiv sich so verhält, wie man klagt— nun so wäre ja wohl eine Aenderung des allge-meinen Zustandes kein unnöthiges pium äesiäm'lum.Und wo könnte man die Heilung des Gebrechenszweckmäßiger beginnen, als an der Jugend dereinflußreichsten Stände ? Und woher könnte mansie erlangen, als aus dem Tempelschatze des Chri-stenthums, dessen einzige Propyläen die heiligenSchriften sind? Und wenn die Mehrheit der soge-nannten Gebildeten den Anfang christlicher Erzie-hung nicht im Hause macht, soll man sie darumvöllig unterlassen, oder soll der Staat in seinerSchule sich, so weit er kann, desUebelstandes er-barmen?—Wenn aber von diesem allseitigen Klag-