Was sind ihre Blicke in die Zukunft*) (ihre angeb-lichen Blicke!) und ihre von patriotischer Eitelkeit,oder von Schmeichelei und Speicheln gegen einenUsurpator triefenden Worte gegen den Adlcrsflug ei-nes königlichen Jesajas, gegen die goldenen Leuchtereiner Apocalypse, die dem geweihten Auge dasDunkel der Jahrtausende so herrlich mit vielfar-bigem Lichte erhellen? — —
Doch — ich vergesse m. H. daß ich in einer Schu-le rede! Auch mahnt die Zeit, zu schließen. Und cr-gicbt sich denn jetzt nicht ohne viele weitere Wortedie Vergleichung, die gesuchte Schätzung der profanensowohl, als heiligen Poesie, von selbst? Gestatten Siemir daher nur, neben dem geziemenden Drucke fürdie mir geschenkte Geduld, und neben der ernstlichenBitte an die versammelten Schüler, meine redlich ge-meinten Winke eben so redlich zu benützen — gestat-ten Sie mir, verehrte Herrn, zum Schlüsse nur nocheinen höchst einfachen, kleinen hebräischen Hymnusbcizufügen, der, neben seinem Inhalte an sich, zugleichdas Wesen der hebräischen und biblischen Poesie selbstaus eine sehr anschauliche Weise charakterisirt. Es istder 148te Psalm.
Lobet Len Herrn!
Lobt ihn, ihr Geister im himmlischen Saale,
Lobt ihn, ihr Menschen im irdischen Lhale,
*) Vgl. Vii-K. äen. I. B. 282 ff. VI, 790 ff. unsviele Stellen dieses und anderer Dichter.