eine „Schönheit," und auch die rauhen Römer fan-den an ihr nichts Unsauberes zu tadeln; denn sicnannte» sie eine „Reinheit," (iVlundus.) Freilich trittdiese heitere und schöne Seite der Welt lange nichtüberall hervor, aber der Dichter hat sic auch nichtvon allen Seiten zu betrachten nöthig, wie der Phi-losoph; er kann verweilen und bleiben, wo die Son-ne scheint, und hat sich nichts darum zu kümmern,wenn auf der andern Hemisphäre Nacht ist. Ge-nügt ihm ja zur Noth ein kleiner Punkt und Thcileine Hütte, cm Wäldchen, ein singender Vogel zu sei-nem Zwecke! — Ucbrigcns kan» jene Heiterkeit undSchönheit dcr Welt sich uicht blos in dem Sichtba-ren, in dcr Natur, sondern ebensowohl auch in demunsichtbaren Gebiete des Geistes und der Seele, etwain großen Charakteren, (als dasjenige). erweisen, wasdie Griechen treffend mit einem einzigen Worte als„schön und gut zugleich" bczcichnetcn.
Es gehören also in dieses erste große Fach nichtnur eine Au-, oder eigentlich Unzahl kleinerer lyri-scher Gedichte, die theils geradezu eine heitere Stim-mung des Gcmüthes athmcn, theils sich auf kindliche,oder erwachsene Weise an einen äußeren Gegenstanddcr Natur, oder dcr Geschichte mit fröhlichen Klan-gen anlehnen; — sondern cs dehnt sich diese Gattungwohl auch in die Breite aus und wird aus einemBildchen eine Landschaft, etwa ein größeres Hirten-gedicht u. dgl., oder auch, indem sich die Muse hö-