Dritter Excurs.
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zugesetzt wurde, um gleich von Interpolationen im Einzelnen garnicht zu reden 1 ).
Fragen wir nach den Erwähnungen des Vendidad in den älterenTheilen der Parsenliteratur, so können wir auch aus diesen Erwäh-nungen den frühen Bestand desselben nicht herleiten. Der Name selbstist klar, data (ins Hebräische übergegangen: m) ist „das Ge-setzte, das Gesetz, Herkommen,“ in den älteren sowoi als den neue-ren persischen Sprachen 2 ), vidaßva aber „ohne oder gegen dieDaevas.“ Vidäeva-data, woraus dann die neueren Benennungen i_x>
und unser Vendidad entstanden sind, istdas gegen die Daevas gegebene Gesetz, durch dessen Beobachtungman die Daevas in die Flucht schlägt, wie dies aus mehreren Stellendes Vendidad selbst hervorgeht (cf. Farg. VIII. 43. 44, IX. 35 ff. undsonst). Dieser Name Vidaöva-däta kommt nur in zwei Stellen desVendidad selbst vor (V. 69 ff. XIX. 57), beide Stellen aber habenwir aus inneren Gründen als eingeschoben betrachten zu müssengeglaubt. Ausserdem findet sich das Wort nur in noch späterenAnrufungen.
Sind wir auf diese Art von der Tradition nicht mit genügendenAnhaltspunkten versehen, so werden wir untersuchen müssen,welche Stellung und Composition wir dem Buche aus inneren Grün-den anzuweisen haben. Betrachten wir zuerst die Form, so ist esklar, dass ein gleichmässiges charakteristisches Merkmal für dasganze Buch ist, dass dasselbe in Fragen und Antworten abgefasslist. Allerdings treten auch in der Form einige bedeutungsvolleNuancen hervor (cf. oben die Einl. zu Farg. XVIII), aber die Formeines Gespräches zwischen Ahura-mazda und Zarathustra ist durch-weg eingehalten, oder, wo dies nicht der Fall ist, auf eine unge-schickte Weise herzustellen gesucht (cf. die Einl. zu Farg. XIX).Leicht lässt sich ergänzen, dass man zu diesen Gesprächen eineVision Zarathustras voraussetzen muss, während welcher derselbedem Ahura-mazda die wichtigsten Sätze der Religion abfragt. DieseForm des Gespräches ist innerhalb des Parsismus sehr beliebt,sie findet sich schon (wenn auch etwas verändert) im zweitenTheile des Yatjna, und auch spätere Werke wie einzelne Bruch-stücke der Yeshts, der Minokhired, bedienen sich derselben mit
1) Indische Studien I. p. 313.
2) Cf. meine Ahh. : Der neunzehnteFargard des Veud. zu §. 57.