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1 (1852) Der Vendidad
Entstehung
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DRITTER EXCURS.

Ueber die Composition des Vendidad.

Es dürfte nicht ohne Interesse sein, den Vendidad in seineneinzelnen Bestandteilen einer etwas näheren Betrachtung zu unter-werfen, als dies oben in der Einleitung geschehen konnte. Das Buchhat schon mehrfache Urtheile erfahren, scheint mir aber erst jetztaus dem richtigen Gesichtspunkte betrachtet werden zu können.

Wenn wir die parsische Tradition befragen, so haben wir aller-dings. im Vendidad ein selbstständiges Werk vor uns und zwar denzwanzigsten Theil des Avesta, welches, nach derselben Autorität,aus einundzwanzig Theilen bestehen soll, d. h. so vielen Theilenals das heilige Gebet yathä. ahü. vairyo'Worte hat. Doch gesteheich, dass mir diese späte Notiz nicht sehr beglaubigt erscheint unddie Gleichstellung der einundzwanzig Theile des Avesta mit den ein-undzwanzig Worten des yathä. ahii. vairyö ist überhaupt eine künst-liche. Aus dem Umstande, dass der Vendidad zwischen die einzel-nen Capitel des zweiten Theiles des Yacjna eingeschoben ist, scheintallerdings zu folgen, dass derselbe als ein Ganzes schon bestandenhaben müsse, als der zweite Theil des Ya?na als selbstständigesBuch im liturgischen Gebrauche war, während der erste Theildes Ya$na noch nicht gebraucht wurde, vielleicht noch gar nichtabgefasst war. Allein dies beweist nur für das Vorhandensein desVendidad im Allgemeinen, nicht etwa für den Vendidad in seinerjetzigen Gestalt, denn da der Vendidad so zwischen die einzelnenCapitel des Ya^na eingeschaltet wird , dass nicht-blos ein, sondernbisweilen auch mehrere Fargards recitirt werden müssen, so istes recht gut möglich, dass mancher ganze Abschnitt erst später