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Zweiter Excurs.
noch wird es schwer gewesen sein, orthodoxe Parsen zu vermögen,in der Sprache iher Unterdrücker zu schreiben. So hat sich gewissdas Huzväresch, als gelehrte Sprache in der Literatur so gut als aufMünzen, noch beträchtliche Zeit über den Sturz der Säsäniden hinauserhalten und Werke wie der Bahman-yescht und — wie ich sicherglaube annehmen zu dürfen — der Bundehesch repräsentiren diesespätere Literatur. Der Bundehesch ist nachsäsänidisch, da er dieBesiegung Persiens durch die Araber kennt, und es würde reineWillkühr sein, diese Stelle allein, darum weil sie unbequem ist, füreingeschoben zu halten, wie dies Bhode thut 1 2 ). Auf mich macht dasganze Buch durchaus den Eindruck des späteren , es ist viel leichterzu verstehen als die Uebersetzungen und enthält offenbar viele Re-miniszenzen. Auch hinsichtlich des Inhalts ■— soweit sich nämlichder Inhalt des Bundehesch mit dem der früheren Schriften verglei-chen lässt — steht das Buch auf der niedersten Stufe. Man sehenur, wie sehr die Darstellung des Bundehesch selbst gegen die desMinokhired ausgesponnen ist, z.B. in der Stelle über Tistar, welcheich Pärsigr. p. 173 angeführt habe, mit dem oben p. 274 aus demBundeliesch Beigebrachten, oder die Ansichten beider Bücher überden weissen Hom, wie sie sich oben in der Note zu Farg. XX. 15angegeben finden. In der Hauptsache macht jedoch dieses spätereAlter solcher Bücher gar keinen Unterschied, denn sie sind ganz imGeiste der früheren geschrieben und können deswegen als Denkmaleder Säsänidenzeit geradezu betrachtet werden.
Ich habe endlich absichtlich einen Hauptgrund bis jetzt verspürt— die Sprache der Inschriften und Münzlegenden aus den Zeitender Säsäniden. Wir finden das Huzväresch als Sprache der taberi-stenensischen Herrscher in den ersten Jahrhunderten des Islam, aufden Münzen der ersten Chalifen selbst und ihrer Statthalter, endlichauf den Münzen der letzten Säsäniden. Dass die Sprache dieserMünzlegenden das Huzväresch und keine andere Sprache sei, habeich gleich nach der Entzifferung dieser Münzen behauptet*) und esist dies auch, wie ich glaube, die jetzt allgemein herrschende An-sicht. Nicht der Sprache nach, sondern lediglich durch die alter-thümlichere Form der Schrift unterscheiden sich die Münzen undInschriften der früheren Säsäniden Von den Inschriften ist nur eine
1) Die heil. Sage des Zendvolks p. 52
2) In den Jahrbüchern für wissensch. Kritik, Mai 1844, p. 706.