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1 (1852) Der Vendidad
Entstehung
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Zweiter Excurs.

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besten während der Säsänidenperiode erklären lässt, so ist vonSeite der Sprache kein Grund vorhanden, die Huzväreschsprache ineine andere Periode zu verweisen.

Es spricht aber für die Annahme, dass das Huzväresch dieSprache der Säsänidenzeit. sei, auch die Literatur dieser Sprache.Ich kann durchaus nichts finden, was in den Uebersetzungen unddem Minokhired gegen eine solche Annahme sprechen könnte, wolaber Manches, was dafür spricht. Ich erinnere nur an die Erwäh-nung der Christen (cf. p. 19. not.), über die Verwandtschaft derLehre von den letzten Dingen, der ewigen Weisheit mit den jüdisch-christlichen Schriften dieser Periode, wobei es doch gewiss natür-licher ist anzunehmen, dass die genannten Streitfragen die Gemütherder Parsen zu einer Zeit beschäftigten, wo sie Gegenstand des all-gemeinen Interesses waren, als vorauszusetzen, dass die Parsen sicherst dann mit jenen Fragen beschäftigt haben sollen, als eigentlichNiemand mehr daran dachte. Wir weisen aber vor Allem hin aufdie schon oben erwähnte Bearbeitung des zweiten Theiles des so-genannten Idvaßanwbv c Hoaiov, der sogenannten boaaig c Iiaalov.Dieses Buch wird bereits von Epiphanius (st. 404) erwähnt 1 ), mussalso früher sein als der genannte Schriftsteller. Es finden sich in deroqaaig nach Lückes Urtheile (1. c, p. 139) offenbar gnostische Be-standteile, was also auch auf eine frühere Zeit hinweist und eswird diese Schrift wahrscheinlich in das zweite oder dritte Jahrhun-dert unserer Zeitrechnung gehören. Es liegt aber schon nach demInhalte dieser Schrift nahe zu vermuten, dass sie in einer Zeit, alsdie Gedanken an das Ueberirdische alle Gemüther beschäftigte, impersischen Interesse bearbeitet worden sei.

Ich bin indess weit entfernt anzunehmen, dass alle in Huzvä-resch verfassten Schriften während der Säsänidenherrschaft geschrie-ben sein müssten und dass man überhaupt gleich nach dem Sturzedieser Dynastie aufgehört habe, diese Sprache zu schreiben. Letz-teres war schon darum nicht gut möglich, weil sich nach dem Sturzedes Perserreiches das Neue erst bilden musste, das an die Stelle desAlten treten sollte. Die arabische Sprache wurde erst allmähligunter dem Einflüsse syrischer und persischer Bildung zur Schrift-sprache , darüber vergingen einige Jahrhunderte und selbst dann

1) Vergl. hierüber: Lücke, Commentar über die Schriften des Evangeli-sten Johannes. Bd. IV. I. p. 137. Gesenius, Commentar zum Jesaia, Eint. §. 9 ff.