Druckschrift 
1 (1852) Der Vendidad
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

.r*

ZWEITER EXCURS.

Ueber das Alter der Huzvareschsprache.

Bei der Dunkelheit, welche noch immer über der Huzvaresch-sprache schwebt, bei den widersprechenden Ansichten, welche sichnoch immer über dieselbe kundgeben, dürfte es nicht unnütz sein,die Frage nach dem Alter derselben etwas näher zu prüfen und soviel als möglich zu erweisen, dass dieselbe wirklich in die Zeit derSasäniden zu setzen sei, wie wir oben angenommen haben. Es liegtmir diese Pflicht: meine oben ausgesprochene Ueberzeugung näherzu begründen, um so näher, wegen der, wie mir scheint, nichtunwichtigen Folgerungen, die oben daraus gezogen worden sindund die alle feste Grundlage verlieren würden, wenn es sich zeigte,dass diese Sprache in eine andere und spätere Zeit gehörte. Wirmüssen, bei dem gänzlichen Mangel von äusseren Zeugnissen , un-sere Beweise zunächst aus der Sprache selbst schöpfen. Hier istnun klar, dass wir aus dem semitischen Theile der Sprache keinerleiAnhaltspunkt gewinnen können. Die semitischen Wörter könnenallerdings während der Säsänidenzeit eingedrungen sein, es- wäreaber auch ebenso möglich, dass sie erst während der ersten Jahr-hunderte des Islam aus dem Syrischen herübergenommen wären, ja,wäre die Ansicht Derer richtig, welche das Huzväresch zu einererfundenen Sprache machen wollen , so wäre es möglich , dass mannoch später, um die Täuschung vollkommen zu machen, aus denobsoleten aramäischen Sprachen diese Wörter entnommen hätte.Lassen wir also diesen Theil der Sprache jetzt vollkommen bei Seiteund halten wir uns an den indogermanischen Theil derselben, wiesie denn auch den Flexionen nach unzweifelhaft zu den indogerma-