den Forschungen neuerer Gelehrten, keineswegs als gesichert er-scheinen kann. Ob dieser Gestirncultus aber in einen Zusammen-hang mit der Lehre von Zrväna-akarana zu setzen sei und in wel-chen? kann leider bei der Seltenheit und Einförmigkeit der Zeugnissedes Avesta über diese Gottheit nicht angegeben werden. Doch dür-fen wir deswegen die Hoffnung nicht aufgeben, dass es uns einesTages gelingen werde, tiefer in den räthselhaften Zusammenhangdes alten Perserthums mit den semitischen Religionen einzudringen,wenn nur erst die assyrischen Inschriften einmal entziffert sind.Tüchtige Arbeiten über den Sabäismus, welche schon für die nächsteZeit in Aussicht gestellt sind, werden nicht verfehlen, gar manchesneue Licht auch auf diesen Gegenstand zu werfen.
Ehe wir diesen Gegenstand verlassen, müssen wir auch nochin Kürze des persischen Kalenders gedenken, wie er uns in den spä-teren Perserschriften, z. B. im Sirüze, vorliegt. Es wird jetzt Nie-mand mehr diesen Kalender für sehr alt halten wollen, nachdem dieInschrift von Bisutun bekannt gemacht worden ist, die ganz andereMonatsnamen zeigt. Aber es ist mir nicht unwahrscheinlich, dassder Kalender der Parsen selbst in dieser Form noch Veränderungenerlitten habe. Es ist mir nämlich auffallend, dass die Namen derAmesha-^penta — man beginne die Zählung wie man wolle — nichtununterbrochen nach einander folgen, wie dies bei den Monatstagender Fall ist, sondern immer Tir und Farvardin zwischen dieselbengeschoben erscheinen. Doch darf man deswegen keinenfalls anneh-men, das persische Jahr habe etwa früher gar nur aus zehn Monatenbestanden, da schon im Vendidad (cf. Farg. I. 9) das Jahr deutlichgenug zwölf Monate hat.