260
Ve n d i d a d.
9. Wenn er am Abend tödtet, so möge sie (die Wolke) amhellen Tage heilen 1 ).
10. Wenn er am hellen Tage tödtet, so möge sie in den Näch-ten heilen.
11. Wenn er in den Nächten tödtet, so möge sie bei der Mor-genröthe heilen.
12. Es sollen herabregnen 2 ).
13. Beim Regen.
14. Neues Wasser, neue Erde, neue Bäume, neue Heilmittel,neue Verfertigungen von Heilmitteln 3 ).
15. Wie der See Vouru-kasha die Zusammenkunft des Was-sers ist.
16. Erhebe dich, ziehe von der Luft zur Erde 4 ).
17. Von der Erde zur Luft.
18. Erhebe dich, stehe auf.
19. Du, wegen wessen Geburt und Wachsthum Ahura-mazdadie Luft geschaffen hat.
20. Gehe auf, o glänzende Sonne, mit deinen schnellen Pferdenüber den Ilara-berezaiti und leuchte den Geschöpfen.
21. Erhebe dich also, wenn du verehrungswürdig bist.
22. Auf dem Wege, den Ahura-mazda geschaffen hat, in derLuft, welche die Bagbas geschaffen haben, auf jenem geschaffenenwasserreichen (Weg) 5 ).
1) Uzirfi, uzayera, uzayäirina, uzayara, uzyoraithi kommen sämmtlich
von der Wurzel ir = skr. ir -j- uz (= ud), sieb erheben, vom Aufgange derGestirne gesagt. DasGuna von i ist dabei, wie öfter, in aya aufgelöst. Areza= in der H. U., cf. erezvö Farg. V. 54 und skr. arjuna.
2) Cf. zu Farg. V. 04.
3) Nava, entweder neu, oder neun, H. U. pis. — Kesha ist dunkel,nach der H. U. = NnNMp , also wol auf kere zuriiekzuführen.
4) Y a i> n a ist augenscheinlich das sanskritische yoni. Als Grundbedeu-tung des Sanskritwortes nimmt Weber, meiner Ansicht nach, richtig an: con-junctionis locus (cf. Vajasan. spec. II. p. 95). Im Nirukta (11.11. ed. Roth)wird das Wort mit antarikbsa erklärt und diese Bedeutung passt auch hier.
5) Bagho, Gott, in den uns erhaltenen Schriften des Avesta selten, inden Keilinschriften und den Inschriften der ersten Säsäniden häufig. Im Huz-väresch to. Der späteren Sprache ist das Wort verloren gegangen und hat sichblos in Zusammensetzungen, wie iMlXjL ^ j.sJa } erhalten. Man hat längstdas skr. bhaga , bhagavat und das slavische hog verglichen.
.-ii»