Fünfzehnter Fargard.
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38. Wenn dieses Mädchen aus Schaam vor den Menschen sei-ner Leibesfrucht einen Schaden zufügt.
39. So begeht es eine Sünde für die Aeltern, für die Aelternverwundet es, für die Aeltern sollen sie die Wunde der Verwunde-ten büssen mit der Strafe des Baödho-varsta.
40. Wer zu einem Mädchen geht.
41. (Welches noch bei den Aeltern ist oder nicht mehr bei denAeltern ist, welches verlobt oder nicht verlobt ist, und dasselbeschwängert.) Wenn das Mädchen spricht: ,, Das Kind ist von die-sem Manne gezeugt.“
42. Wenn dann dieser Mann sagt: „Suche dich mit einer altenFrau zu befreunden und frage sie.“
43. Wenn daun dieses Mädchen sich mit einer alten Frau be-freundet und sie fragt.
44. Und diese alte Frau bringt Baga, oder SchaMa.
45. Oder Ghnäna, oder Fra§päta, oder irgend eine der auf-lösenden Baumarten.
46. (Sprechend): „Suche dieses Kind zu tödten.“
47. Wenn dann dieses Mädchen das Kind zu tödten sucht.
48. So sind gleich strafwürdig das Mädchen, der Mann und dieAlte *).
49. Wer zu einem Mädchen geht.
•50. (Welches noch bei den Aeltern ist oder nicht mehr bei denAeltern ist, welches verlobt oder nicht verlobt ist, und dasselbe
1) Ha na ist das Fern, zu hanä (cf. Farg. III. G3. 64) und ist verwandt mitsenex, sineigs und dem skr. sanät ( diuturno ex tempore) Rigv. LI. 6. (cf.Weber Vaj: specimen I. p. 39). Von den in §. 44. 45 genannten Gewächsenist b a ga = cannabis sativa, skr. bhamga, wie schon J. Wilson nachgewiesenhat (The Parsi religion unfolded p. 81). Die übrigen drei Wörter gehen alleauf Wurzeln zurück, die das Vernichten und Zerstören bezeichnen , nämlichkhshaeta auf skr. klisi, ferire, occidere, ghnäna auf han, tödten, frag-päta führt auf das Causale von fpi zurück, das von der Tradition gewöhn-lich mit „fallen“ übersetzt wird. — Der einfache Sinn von §.41 — 48 hat zuvielen Missverständnissen Veranlassung gegeben, indem man in §. 46 einenBefehl Ahura-mazdas an Zarathustra suchte, wozu auch nicht der mindesteGrund vorhanden ist. Anquetil hat sich dadurch, wie er in der Note zu dieserStelle selbst gestehen muss, in unauflösbare Schwierigkeiten verstrickt unddem Missionär .1. Wilson hat diese falsche Uebersetzung den Stolf zu einergruudloseu Anklage gegen den Vendidad gegeben (J. Wilson 1. c. p. 80).
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