Druckschrift 
1 (1852) Der Vendidad
Entstehung
Seite
210
Einzelbild herunterladen
 

210

Ve n <J i d a d.

24. Dadurch wird er zum Sünder und Pesho-tanus.

25. Die fünfte von diesen Sünden, welche die Menschen be-gehen, ist:

26. Wenn Jemand eine schwangere Frau, oder eine Frauwelche Milch hat, oder eine Frau welche zwar noch keine Milchhat aber empfangen hat, beschläft 1 ).

27. Wenn sie dadurch Schaden nimmt.

28. Wenn sie dadurch beschädigt wird.

29. So wird er dadurch ein Sünder und Pesho-tanus.

30. Wer zu einem Mädchen geht.

31. Welches noch bei den Aeltern ist oder nicht mehr bei denAeltern ist 2 ).

32. Welches verlobt ist oder nicht verlobt ist und dasselbeschwängert.

33. So möge dieses Mädchen nicht aus Scliaam vor den Men-schen das Zeichen überschreiten über Bäume und Wasser 3 ).

34. Wenn dieses Mädchen aus Schaam vor den Menschen dasZeichen überschreitet über Bäume und Wasser.

35. So begeht sie eine Sünde.

36. Wer zu einem Mädchen geht, (welches noch bei den Ael-tern ist oder nicht mehr bei den Aeltern ist, welches verlobt ist odernicht verlobt, und dasselbe schwängert) 4 ).

37. So möge dieses Mädchen nicht aus Schaam vor den Men-schen seiner Leibesfrucht selbst einen Schaden zufügen.

1) Anufakhta ist dunkel und die Huzväresch-Glosse, welche das Worlerklären soll, nicht klar. Ohne Zweifel gehl dasselbe auf die erste Zeit derSchwangerschaft, oder den nächsten Zeitraum nach der Niederkunft.

2) ratu ist hier wol vorzüglich von den Aeltern zu verstehen, doch auchin weiterem Sinne Oberhaupt, Aufseher, ein Jeder, dem gesetzlich die Beauf-sichtigung des Mädchens zusteht.

3) D. h. sie soll nicht herumgehen, sondern soll in den besonderen Ortgebracht werden, welcher für die unreinen Frauen bestimmt ist. Cf. untenFarg. XVI. 8. und den Sad-der zu d. St.

4) Die H. U. lässt die in Klammern eingeschlossenen Wörter aus, wol blosweil sie dieselben schön oben §. 31 32 übersetzt hat. Aus dieser Auslassungder Stelle in der H. tJ. erklärt sich übrigens, warum die neueren Parsen, wennsie dieselbe iiberselzen, die Worte gleichfalls auslassen, ohne dass man nöthighat, denselben mit Wilson (The Par.n rcligion etc. p. 79) unehrenhafte Motiveunterzulegen.