196
V e n d i d a (1.
84. Sie sollen ihn daran festbinden.
85. Sie sollen ihn selbst fesseln.
86. Wo nicht, und es verwundet dieser Hund, der keinenLaut von sich giebt und nicht recht bei Verstände ist, ein Vieh odereinen Menschen.
87. So soll man die Wunde des Verwundeten ahbiisseu mit derStrafe des Baödhö-varsta.
88. Wenn er das erste Vieh beisst, den ersten Menschen ver-wundet, so soll man ihm das rechte Ohr abschneiden.
89. Wenn er das zweite Vieh beisst, den zweiten Menschenverwundet, so soll man ihm das linke Ohr abschneiden.
90. Wenn er das dritte Vieh beisst, den dritten Menschen ver-wundet, so soll man ihn am rechten Fusse schneiden 1 ).
91. Wenn er das vierte Vieh beisst, den vierten Menschenverwundet, so soll man ihn am linken Fusse schneiden.
92. Wenn er das fünfte Vieh beisst, den fünften Menschen ver-wundet, so soll man ihm den Schwanz ab hauen 2 ).
93. Sie sollen ihn (an das Holz) festbinden.
94. Sie sollen ihn selbst fesseln.
95. Wo nicht, wenn der Hund, der keinen Laut von sich giebtund nicht recht bei Verstände ist, ein Vieh oder einen Menschenverwundet.
96. So sollen sie die Wunde des Verwundeten büssen mit derStrafe des Baödhö-varsta.
97. Schöpfer! Wenn in der mazdaya^nischen Wohnung einHund nicht recht bei Sinnen und richtigem Verstände ist.
98. Wie sollen diese Mazdayatjnas sich verhalten?
99. Darauf entgegnete Ahura-mazda: Sie sollen ebenso Heil-mittel für ihn suchen wie für irgend einen reinen Mann.
100. Schöpfer! Wenn er es nicht willig einnimmt.
101. Wie sollen die Mazdaya^nas sich verhalten?
102. Darauf entgegnete Ahura-mazda: Sie sollen ein gehauenesStück Holz an seinen Kopf bringen, sie sollen seinen Mund damit
1) Wahrscheinlich damit er lahm wird und man ihm ausweichen kann.Ich kann mir nicht denken, dass man dem Hunde einen Fuss abschneidet.
2) Ich halte §. 88 — 96 für später eingeschoben, §. 92—96 stehen noch-mals da, um den durch §. 58 — 91 unterbrochenen Zusammenhang wieder her-zustelten. Ein ähnliches Beispiel Farg. Vit. 25.