Druckschrift 
1 (1852) Der Vendidad
Entstehung
Seite
143
Einzelbild herunterladen
 

Achter Fargard. 143

Augen, nicht einen weissen mit gelben Ohren, sechs Mal dieseWege,o heiliger Zarathustra.

46. Denn dadurch, o heiliger Zarathustra, dass man einen gelb-lichen Hund mit vier Augen oder einen weissen mit gelben Ohrenherumführt entflieht diese DrukhsNatjus zu den nördlichen Gegenden.

47. Wo nicht, so führe man einen gelblichen Hund mit vierAugen, nicht einen weissen mit gelben Ohren, neun Mal dieseWege.

48. Denn dadurch, o heiliger Zarathustra, dass man einen gel-ben Hund mit vier Augen oder einen weissen mit gelben Ohren her-umführt, läuft diese Drukhs Na§us zu den nördlichen Gegenden 1 ).

49. Ein Priester soll zuerst auf diesen Wegen wandeln, diesiegreichen Worte sprechend: YalM. ahü. vairyo.

50.Von der Heiligkeit des Vohu-mano 2 ).

51.Die Herrschaft gehört dem Ahura

52.Wen hatAhura-mazda mir und meinesgleichen (d. i. mei-nen Schülern) zum Beschützer geschaffen.

53.Wenn mir die Bösen (Agra-mainyus) zu schaden suchen.

54.Ausser dir, dem Feuer und dem Vöhu-manö, wenn ichnach ihren Thaten, Heilige, wandle (so helfen sie mir), o Ahura!

55.Dieses Gesetz durch den Destur sage mir

56.Welches siegreich schlägt durch deinen Schutz und Lehre.

1) In dieser Sitte, die Hunde bei den Leielienfeierlichkeiten als reinigendeWesen zu benützen, liegt gewiss eine alt-indogermanische Idee verborgen.A. Huhn hat nachgewiesen (Zeitschrift für deutsches Alterthum VI. p. 125 If.Vergl. auch Webers Indische Studien II. p. 296 if.) dass in den Vedas zweiHunde, Särameyau (d. i. Söhne der Saramä, der Hündin Indras, welche ausge-schickt wird, um die von Pani gerauhten Kühe auszuspüren), als Boten desYama zu den Sterblichen gehen, um diese zu geleiten (yamasya dütau charatojanananu). Diese werden als' vieräugig und buntscheckig beschrieben (Sara-tneyau pvänau chaturakhsau jabalau). Den obigen Vorschriften und der Be-schreibung der zu gebrauchenden Hunde liegt offenbar eine ganz ähnliche Vor-stellung zu Grunde.

2) Die Verantwortung für die Uebersetzung von §. 50 ff. kann ich nichtübernehmen, der Sinn der Worte ist zu dunkel als dass ich mich rühmenkönule sie durchweg verstanden zu haben. Desto genauer habe ich mich an dieTradition gehalten. Das Ganze bildet ein aus verschiedneu Bruchstücken zu-sammengesetztes Gebet, die Worte von §. 5262 finden sich auch sonst nochhäufig aber meist nur nach den Anfangsworten citirt. §. 52 96 bilden einenTheil des Cap. 45 des Yafna (Vendidad-säde p. 361) und sollen ursprünglichFragen Zarathustras'an Ahura-mazda sein. Was von §. 60 folgt ist späterenUrsprungs.