Fünfter Fargnrd. 109
76. Um ein emporgehobenes Draöna oder um ein nicht empor-gehobenes.
77. Um Uebergebenes oder nicht Uebergebenes.
78. Um Gegebenes oder nicht Gegebenes.
79. Vermag ihm dieser Ratu ein Drittel der Strafe nachzulassen.
80. Wenn er andere sündliche Handlungen begangen hat.
81. So ist die Strafe bereut.
82. Wenn er andere sündliche Handlungen hat — nicht began-gen (d. i. geistige), so sind sie bereut für immer 1 2 ).
83. Schöpfer! Wenn Männer in demselben Hause beisammensind, auf demselben Lager oder derselben Matte*).
84. Gegenüber dem einen zwei andre.
85. Oder fünf oder fünfzig oder hundert, sammt den Frauen.
86. Darauf stirbt einer von diesen Männern — auf wie vieleunter den Männern setzt sich die Drukhs IVagus mit Auflösung,Fäulniss und Schmutz nieder 3 ).
87. Darauf entgegnete Ahura-mazda: Wenn es einPriester ist,so stürzt die Drukhs Na<;,us hinzu, o heiliger Zarathustra.
88. Wenn sie sich auf den elften setzt, so verunreinigt sie denzehnten.
89. Wenn es einKrieger ist, so stürzt diese Drukhs Natjus hinzu,o heiliger Zarathustra.
90. Wenn sie sich auf den zehnten setzt, so verunreinigt sieden neunten.
91. Wenn es ein Ackerbauer ist, so stürzt diese Drukhs Na§ushinzu, o heiliger Zarathustra.
92. Wenn sie sich auf den neunten setzt, verunreinigt sie denachten.
1) Mit §. 69 beginnt wieder eine Stelle, die gewiss nicht ursprünglich zumTexte desVendidad gehört hat. Sie behandelt dasselbe Thema wie eine andereStelle, die wir schon oben, Farg. III. 136 ff., als eingeschoben erkannt haben,nämlich die VortrefUichkeit des Gesetzes und die Wirksamkeit desselben, wennman es von den Priestern gegen eine Belohnung lesen lässt.
2) In den nachfolgenden Sätzen verbreitet sich der Vendidad über dieVerunreinigung, welche die Bewohner eines Hauses trifft, in welchem Jemandgestorben ist. Da der Tod eines reinen Menschen ein Sieg des Agra-mainyusist, so begreift es sich leicht, dass die Verunreinigung am grössten ist, wennein Priester stirbt und die Grösse derselben sich stufenweise vermindert.
3) akhtis, von anj, durchdringen, pavaiti, von pu, faul sein, daher Fäul-niss, ähiti, Schmutz, cf. anähita, rein, und sanskr. asita, schwarz.