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1 (1852) Der Vendidad
Entstehung
Seite
108
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63. Die Getreidefrucht möge der Mensch essen, die Weide istfür die wohlgeschaifene Kuh.

64. Dies ist das Gute, dies ist das Schöne, wie du der du reinbist, sagst 1 ).

65. Ihn erfreute durch diese Worte der reine Ahura-mazda, denreinen Zarathustra.

66. Reinigkeit ist nach der Geburt für denMenschen das Beste 2 ).

67. Das ist die Reinigkeit, o Zarathustra; das mazdaya^nischeGesetz.

68. Wer sich selbst rein hält durch gute Gedanken, Worte undHandlungen.

69. Schöpfer! Wie ist das Grosse, Gute und Schöne an diesemGesetze, das gegen die Daevas gegeben isl(Vendidad), dem zarathu-strischen, der über alle anderen Worte gross, gut und schön ist?

70. Darauf entgegnete Ahura-mazda: Es ist gleichsam, o hei-liger Zarathustra, dieses gegen die Daevas gegebene Gesetz das zara-thustrische, über die anderen Worte an Grösse, Güte und Schönheit.

71. Wie der See Vöuru-kasha über die anderen Gewässer.

72. Wie die grösseren Wasser über die kleineren hinweglaufen.

73. Wie die grösseren Bäume die kleineren überdecken.

74. Wie um diese Erde (der Himmel) rings herum ist.

75. Gesprochen vom Ratu, gesprochen vom Qraöshävareza 3 ).

1) §. 5064 ist bereits in einer früheren Abhandlung von mir besprochenworden, cf. Ueber einige eingeschobene Stellen desVendidad, p.29ff. Die vor-liegende Stelle ist wichtig für die Entwicklung der religiösen Ansichten bei denParsen, sie zeigt, dass später dem Aliura-mazda manche Functionen abgenom-men und untergeordneten Wesen übergeben wurden. Die Ansicht vom Gelangendes Wassers aus dem See Vouru-kasha in den See Püitika und von da wiederumin den See Vouru-kasha ist auch der späteren Parsenmythologie geblieben, aberAhura-mazda hat damit Nichts mehr zu schaffen, sondern blos Tistrya und seinGehülfe (jatevis. So nicht blos in dem späten Minokhired, sondern schon in demälteren Yesht des Tistar. Cf. zu Farg. XIX. 126. Vivärayemi in §. 61 über-setze ich nun ,,ich lasse herabregnen, nach der parsischen Ansicht der spä-teren Zeit, dass Tistar die Gewächse mit dem Regen herabfallen lasse (Pärsigr.p. 143. 173).

2) §. 66 ist schon dadurch als eingeschoben zu erkennen, dass er in demDialecte des zweiten Theiles des Yafna geschrieben ist. Er findet sich auch inder That wieder. Cf. Vendidad-säde, p. 387.

3) Qraöshavareza ist jedenfalls die Bezeichnung eines Priesters, obwol esnicht klar aus den Stellen, wo der Name vorkommt, hervorgeht, was sein Amtgewesen sei.