DRITTER FARGARD.
EINLEITUNG.
Nach den beiden historisch-einleitenden Capiteln folgt nun dasdritte, das schon mehr der Gesetzgebung sich nähert. Ob der dritteFargard ursprünglich zum Vendidad gehört habe oder als das Frag-ment eines anderen Werkes, das vielleicht genauere Vorschriften überden Ackerbau gab, erst später angefügt wurde, wage ich nicht zuentscheiden. Der Inhalt des Capitels, wie er hier vorliegt, ist sehrdurchsichtig. Es werden zuerst auf Zarathustras Befragen fünf Dingeaufgezählt, die dieser Erde am angenehmsten sind (§. 1—20), dannfolgen die fünf Dinge die ihr am unangenehmsten sind (§. 21—37),dann die fünf, welche vornehmlich die Zufriedenheit der Erde erre-gen (§. 38—fin.). Eingeschoben sind zwischen diese Dinge verschie-dene Bemerkungen, die den Zusammenhang unterbrechen, theils ausanderen Stellen des Vendidad wiederholt, wo sie besser passen. DenSchluss, machen mehrere lose angeschlossene Fragen, darunter auchEiniges, das sich aus inneren Gründen als später erweisen lässt, wiedies unten die Noten deutlicher machen werden.
Die Dinge welche der Erde am angenehmsten und die welcheihr am unangenehmsten sind, werden auch im Minokhired aufgefübrt(p. 105ff.). Dort ist aber das Angenehme wie das Unangenehmetheilweise verändert und bedeutend vermehrt, es ist die Zahl auf dasDoppelte gebracht. Man sieht daraus, dass dies vorliegende Verzeich-niss in späterer Zeit nicht mehr genügte.