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1 (1852) Der Vendidad
Entstehung
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Drittes Capitel.

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sowol als den Entwurf seiner handschriftlichen Uebersetzung, dener in Bombay gemacht hatte, sammt den Dictaten der Parsen auf derpariser Bibliothek niederlegte, damit sie jedermann prüfen und sichvon der Genauigkeit überzeugen könne. Eine solche Prüfung hieltman lange Zeit nicht für nothwendig, auch würde sie, hätte man sieangestellt, zu Nichts geführt haben, da man die nothwendigen Vor-kenntnisse zu einer solchen Prüfung nicht besass. Mehr als fünfzigJahre gingen hin, ohne dass man an eine neue Bearbeitung desAvesta gedacht hätte, allein die Kennlniss morgenländischer Spra-chen machte während dieser Zeit Fortschritte, welche bewirkten,dass das Studium altpersischer Religion, als es wieder aufgenonnnenwurde, mit dem rechten Erfolge betrieben werden konnte. Das Stu-dium des Sanskrit, zur Zeit als Anquetil lebte noch gänzlich unbe-kannt, wurde seit W. Jones Empfehlungen und Vorgänge nicht blosin England, sondern bald auch in Deutschland und Frankreich ge-pflegt. Rasks Forschungen über das Alter und die Aechtheit desAvesta zeigt die Verwandtschaft der Sprache des Avesta mit der alt-indischen und einer der grössten Kenner des Sanskrit, E. Burnoufin Paris, unternahm zuerst das Studium der bis dahin noch gar nichterforschten Sprachen des allen Persien; als Mittel zum Verständnissedes Avesta diente ihm einerseits die oben erwähnte Sanskritüber-setzung Neriosenghs, theils die eben festgestellten Grundsätze derallgemeinen vergleichenden Grammatik. Sein 183335 erschiene-ner Commentaire sur le Yapna Tom. I. enthielt einen grossenTheil seiner Resultate; mit Hülfe der von 01shausen und Bur-uouf lithographirten Texte wurde es auch Anderen möglich dieKenntniss des Avesta zu fördern. Gross war aber das Erstaunen alsman fand, dass Anquetils Uebersetzung von der des Neriosengh we-sentlich abweicht, nicht blos im Einzelnen sondern auch im Sinn imAllgemeinen, dass eigentlich die Uebersetzung nirgends grammatischgenau sei und dass Neriosengh, wenn auch nicht überall, doch imGanzen weit besser vor der Kritik bestehen könne als Anquetil.Man hat diesen Umstand der verschlechterten Tradition der Parsenzuschreiben wollen, ich habe aber bereits vor mehreren Jahren ge-zeigt 1 ), dass die Art und Weise Anquetils zu übersetzen daranSchuld sei. Anquetil hat von den Parsen gar keine eigentlicheUebersetzung in unserem Sinne erhalten, sondern blos eine Angabe

1) Zeitschrift der D. M. G. I. p. 243 lf.