Drittes C a p i l e I.
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Verfasser des ganzen Buches sei, sind die Gegner der Aechtheitglücklich gewesen, die Gründe, welche für die Abfassung durch Zara-thuslra sprechen, sind durchaus nicht zu halten. Dagegen haben sichAnquetil und Kleuker mit Recht vorzüglich auf die Berichte derGriechen und Römer gestützt und gezeigt, wie schön sich die Lehrendes Avesta mit dem vereinigen lassen, was die Alten von der Reli-gion der alten Perser berichten, um die Aechtheit im Allgemeinenzu beweisen. Für uns sind diese scheinbaren Widersprüche leichtvereinbar. Wir wissen, dass ein Werk sehr wohl das Erzeugnisseiner bestimmten Periode sein kann, ohne dass es von dem Verfas-ser herrührt, dem es zugeschrieben wird. Das Avesta ist, wie wirnachgewiesen haben, das Werk mehrerer, wie so manches Buch desAlterthums, der geehrte Name des Zarathustra wurde ihm erst andie Spitze gesetzt, nachdem es schon ein Gegenstand der Verehrunggeworden war. Das Werk selbst verliert dadurch nicht nur nichts,es ist für uns im Gegentheile von einem um so höheren Werthe,wenn wir darin mehr den Ausdruck einer ganzen Periode als eineseinzelnen Individuums sehen dürfen. — Der Streit über die Aecht-heit ruht seitdem und dürfte auch kaum je wieder aufgenommenwerden. In Deutschland und Frankreich entschieden sich bald dieGelehrten überwiegend für die Aechtheit, in England erhielten sichdie Zweifel am längsten, doch auch dort dürften sie seit der Ent-deckung und Lesung der Keilinschriften gehoben sein. Es ist auchin der That nicht einzusehen, wie man jetzt, da man die Sprachendes Avesta und der Keilinschriften in ihren Umrissen zum wenigstenkennt, noch länger zweifeln sollte. Ausser allen inneren Gründen,ausser der Uebereinstimmung mit den Keilinschriften und den grie-chischen Berichten, spricht noch dafür die Sprachverwandtschaft,theils der altpersischen Diajecte unter einander, theils aller dieserDialecte zum Sanskrit, die lautliche Divergenz derselben endlich, diesich nach den strengsten Regeln der neuesten Sprachforschung be-stimmen lässt. Gegen die Aechtheit lassen sich gar keine Gründegeltend machen, als aus früheren Zeiten angeerble oder vorgefassteVorurlheile.
Obwol man in früherer Zeit die Aechtheit und Glaubwürdigkeitdes Avesta vielfach angegriffen hatte, so zweifelte man doch keines-wegs, dass Auquetils Uebersetzung genau den Sinn der Schriftenwiedergebe, welche er von den Parsen erhalten habe. Anquetilselbst war davon so ganz überzeugt, dass er seine Handschriften