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1 (1852) Der Vendidad
Entstehung
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Drittes Capitel.

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Vcndidad-säde wurde im Jahre 1723 von einem englischen Kauf-manne , Richard Cobbe, der Bodleian library zu Oxford geschenkt.Alle diese Erwerbungen waren vereinzelt und ohne einen bestimm-ten Plan gemacht; der erste, der zu einer wirklichen umfassendenKenntniss des Avesta den Grund legte, war Anquetil du Per-ron. Wie unvollkommen auch immer die Arbeiten dieses Gelehrtenuns jetzt erscheinen mögen, nie wird man darum vergessen dürfen,welche Früchte wir seinen begeisterten Aufopferungen verdanken.Zufällig hatte Anquetil Gelegenheit gehabt, einige Blätter nach alt-persischen Schriften durchgezeichnet 1 ) zu sehen, von welchen sichdamals nur in Oxford Handschriften vorfanden. Es war dies im Jahre1754 und sogleich fasste Anquetil den Entschluss, der Erste zu sein,welcher der gelehrten Welt diese wichtigen Schriften zugänglichmachte und seinem Vaterlande Handschriften dieser Werke zuführte.Mehrere gelehrte und hochgestellte Personen, wie Barthelemy, desGuignes u. A. interessirten sich für das Vorhaben Anquetils selbstnach Bombay zu reisen und die heiligen Schriften der Parsen an Ortund Stelle zu übersetzen, sie versprachen ihren Einfluss dahin anzu-wenden , dass ihm eine königliche Unterstützung für seine Zweckeausgesetzt werde. Allein der verzügliche Gang dieser Unterhand-lungen währte dem feurigen Jünglinge viel zu lange, er entschloss sichdaher, da ihm eigenes Vermögen mangelte, sich als gemeiner Soldatbei der (französischen) indischen Compagnie anwerben zu lassen umauf diese Weise nach Indien zu gelangen. Vergebens waren alleVorstellungen, welche ihm von Seiten seiner Familie und selbst derMilitärbeamten gemacht wurden, im Vertrauen auf seine feste Wil-lenskraft und seine geringen Bedürfnisse, beharrte er bei seinemEntschlüsse und trat seine Reise als gemeiner Soldat an. Die grossenBeschwerlichkeiten dieser Reise hat Anquetil selbst ausführlich be-schrieben. Wahrscheinlich würden alle diese Aufopferungen dochzu keinem Ziele geführt haben, wenn ihm nicht doch nachträglichnoch Unterstützungen von Frankreich aus zugekommen wären. Erfand die Parsen zu Bombay sehr misstrauisch, und keineswegs ge-neigt, ihn in seinen Zwecken zu unterstützen; die unfreundlichenVerhältnisse der einzelnen europäischen Nationen die in Bombay

1) Cf. Zend-Avesta discours preliminaire. p. FIS. Anquetil bat die ganzeGeschichte seiner Expedition in dem seinem Zendavesta Vorgesetzten discours<preliminaire ausführlich beschrieben.

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