Driltes Capitel.
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Religionen scheinbar zu vereinigen. Eine grosse Sehnsucht entstandalle Religionen zu studiren und der Mittelpunkt solcher Studien warder Hof der Kaiser Akbar (-j- 1605) und Djehängir (f 1658). NeueReligionen wurden gestiftet, die sich nicht dem Gehalt nach, wolaber der Form und Einkleidung nach unterschieden, je nachdem dieletztere aus indischen oder persischen Religionen genommen wurde.Man suchte, um die Stiftung dieser neuen Religionen zu rechtferti-gen, die alte Lehre wieder hervor, dass alle 1000 Jahre ein Propheterscheinen müsse, seit Muhammed waren damals aber tausend Jahreverflossen. Auf die persische Religion wandte man ein besonderesAugenmerk, ein Parse, Ardeschir, lebte am Hofe Akbars und machtedenselben mit den parsischen Lehrsätzen bekannt. Einen praktischenErfolg hatten diese Religionen nicht und konnten ihn nicht habenwegen ihrer allzugrossen Toleranz, nur die Religion der Sikhs, dieauch anlängs zu dieser Classe gehörte, macht eine Ausnahme undzwar nur deswegen, weil sie von ihrem ursprünglichen Principe gänz-lich abwich und den Hass gegen den Muhammedanismus predigte.Der Einfluss dieser religiösen Speculationen, deren Resultate in denDesätir und im Dabistän 1 ) niedergelegt sind, auf die Ansichten derGebildeten in Indien war ein bedeutender und Erscheinungen wieRamMohunRoy und viele andere sind nur aus dieser Geislesrichtungzu erklären. Vor allen aber scheinen die Parsen diese Geistesrich-tung lieb gewonnen zu haben und sie geben bei jeder GelegenheitReweise, wie tief sie von diesen Lehren durchdrungen sind. DieDesätir wurden im Jahre 1818 von Molla Firuz ben Käu§, dem Ober-priester der Parsen zu Bombay herausgegeben, Reispiele, wie sie imEinzelnen ihre Rücher nach diesen Grundsätzen erklären, geben ihreStreitschriften, aus welchen Auszüge in dem Buche J. Wilsons, daswir oben cilirt haben, vorliegen 2 ). Es ist dieses System ein sehr
1) Ueber die Desätir arabischer Plural vou vergl.
man de Sacy’s Recension dieses Werkes im Journal des Savans, Janvier 1821.Der Dabistau wurde im J. 1809 zu Caleutta im Grundtexte veröffentlicht, eineUebersetzung führt den Titel: The Dabislan or the school of manners trans-lated front the original persian with notes and illustrations by David Sheaand Anthony Troyer. 3 Voll. Paris 1843. und man vergleiche dazu meine An-zeige in den Jahrb. für wissensch. Kritik. Aug. 1844.
2) Man sehe auch noch bei Pope, Arda-viraf-name. p. XII. „Conversingwith one of their priests about the Zendavesta, I pointed out to him the dia-logue between Ormusd and Zoroaster, as a specimen of great absurdity , to
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