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1 (1852) Der Vendidad
Entstehung
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Drittes Capitel.

schliessen sich die Uebersetzungen in das Guzerati, der jetzt in Gu-zerate gesprochenen Sprache. Solche Uebersetzungen waren woldurchaus nölhig, wenn nicht den parsischen Laien die Kenntnissihrer heiligen Schriften nach und nach ganz entschwinden soll.Solche Guzeratiübersetzungen sind ziemlich häufig, sie linden sichhie und da in Handschriften neben, aber auch ohne die Sanskrit-Übersetzung. Eine derselben, von Framji Aspendiarji, ist mitder in den Jahren 18421843 zu Bombay veranstalteten Ausgabedes Avesta lithographirt worden, eine genauere von dem früherenParsenmobed Edal Daru befindet sich im Besitze der Parsenge-meinde zu Bombay. Ausser diesen Uebersetzungen liegen uns bloskurze und unvollständige Vocabulare der beiden heiligen Sprachen derParsen vor, ein Versuch einer Grammatik ist meines Wissens nichtvorhanden, was um so mehr auffallen muss, als, wie wir gesehenhaben, die Araber die Grammatik als eine der Wissenschaften mitaufzählen, die bei ihnen zuerst von Persern bebaut wurde. Unterden selbstständigen Werken dieser Periode stehen oben an die Cor-respondenz mit den Parsen in Kirman über einzelne Cultusgegen-stände, welche gewiss noch viel werthvolles Material enthält, derSadder (die hundert Pforten) aus dem sechzehnten Jahrhundert un-serer Zeitrechnung, von welchem Hyde eine lateinische Ueber-setzung gegeben hat, das Zertuscht-näme, eine legendenartige Er-zählung der Sendung Zarathustras, angeblich verfasst von ZartuschtBehram im J. 1277 n. Chr., wovon eine englische Uebersetzung vonEastwick existirt 1 ), das Changhraghach-näma aus dem sechzehntenJahrhundert 2 ). Einen wesentlichen Umschwung erlitt die persischeExegese durch die seit dem sechzehnten Jahrhunderte herrschendeGeistesrichtung. Mit Hülfe des Sufismus, der schon in Persien sehrviele heterodoxe Elemente enthielt, begann in Indien um diese Zeit eineVerschmelzung der verschiedenartigen fieligioneu. Mit dem Satze,dass alle Beligionen göttlichen Ursprunges seien und alle dasselbewollten, dass die Verschiedenheit nur scheinbar und in dem Umstandebegründet sei, dass man die Religionsschriften nur nach dem Wort-sinne auslege, während sie typisch auszulegen seien, war der Will-kühr Thür und Thor geöffnet und die Möglichkeit gegeben, alle

1) Abgeili'uekt bei J. Wilson: the Parsi religion vnfoldcd (Bombay 1843)p. 477 ff. Cf. auch p. 417437.

2) J. Wilson l. e. p. 445.