Drittes C a p i t e I.
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hüllt wird 1 ). Die Parsenschriften selbst geben gar keinen chronolo-gischen Anhaltspunkt, im Bahman Yeshl ist zwar von einem Tausend(hazare) Zoroasters die Rede 2 ), dies ist aber eine rein dogmatische »Ansicht, dass, wie wir eben gesehen haben, alle tausend Jahre einProphet erscheinen müsse, der den gesunkenen Glauben wieder hebe.Eben dahin gehört die muhammedanische Ansicht, dass Zarathustratausend Jahre vor Muhammed gelebt habe, sie ist gleichfalls dogma-tisehund für die Critik werthlos. Die Nachrichten der Allen sindzu widersprechend, als dass man aus ihnen etwas folgern dürfte.Xanthus Lydius setzt den Zarathustra 600 Jahre vorXerxes, andere, ,wie Ilermippus, fünftausend Jahre vor dem trojanischen Kriege 3 ).Es lässt sich also eine sichere Ansicht durchaus nicht mehr gewin-nen, wenn uns nicht etwa die Entzifferung der assyrischen Inschrif-ten neue Aufklärungen bringen sollte. Nur so viel kann jetzt alsganz sicher behauptet werden, dass der Vistätjpa, unter dem Zara-thustra erschien, nicht der Vater des Darius ist. Die Keilinschriftengeben die Genealogie des Darius; Vistä<?pa erscheint in der Inschriftvon Bchistun (I. 33.) und in der Inschrift Artaxerxes II. (I. 25.) alsder Sohn des Arshama, ganz wie er bei Ilerodot (VII. 11.) als Sohndes Arsames erscheint. Der Vistärjpa des Avesla aber ist nach denvon Burnouf (Yafna p. 442.) mitgelheillen Stellen, Sohn desAurvat-atjpa, woraus die neueren Parsen ihrLahuräcjp oderLohräpp gebildethaben. Eben so ist es leicht aus dem Avesla nachzuweisen, dass indemselben seine Kämpfe mit Arejat-arjpa öder Arjafp, kurz ebenganz die Sagen angedeutet sind, welche Firdosi im Schäh-näme wei-ter ausführt. Dieser ältere Theil des Schäh-näme geht aber, meinerUeberzeugung nach, durchaus in vorhistorische Zeiten zurück. Esdürfte überhaupt endlich einmal an der Zeit sein, die Versuche auf-zugeben, die altpersische Heldensage, wie sie bei Firdosi vorliegt,mit den historischen Berichten der Griechen vereinen zu wollen.Die beiden älteren Dynastien, die Firdosi angiebt, Peschdädier und
1) Von den vielfachen Untersuchungen über Zarathustras Lebenszeit,nenne ich nur die von Anquetil und Foucher, beide abgedruckt bei Kleuker,Anh. zum ZAv. I. p. 325fF. II. 51 ff. Von den Neueren bat Niebuhr (Kl. Schrif-ten, I. 200) sich für das hohe Alter, Rijth (Geschichte unserer AbendländischenPhilosophie, 1. p. 350 ff.) dafür ausgesprochen, dass Zarathustra unter demVater des Darius gelebt habe.
2) Cf. Kleuker 1. c. I. p. 343.
3) Diog. Laevt. jiroem. c. II. Plin. hist. nat. XXX. 1.