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1 (1852) Der Vendidad
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Drittes Capitel.

Kayanier, sind theiis rein mythische, theils sagengeschichtliche Per-sonen, die wir oben (p. 7.8.) theilweise auch in Indien nachgewiesenhaben. Früh schon hat man versucht, sie in eine gewisse Reihen-folge zu bringen, der älteste Versuch der Art liegt im Yeshl Avanvor (huskyaogho. paradhätö. d. i. Huscheng des Peschdadier, yimo.khshaetö = Djemschid, aj'i. dahäko. thrijafno = Dahäk, Thraötaön6 =Fredun, nairi. manäo. kere^agpo = Guerschätjp, mairyö. tfiiryö.fragharsha = Afrftsiab u. s. f.), auch andere Yeslits zeigen solcheVerzeichnisse. Diese Reihe endigt mitGusta^p, auch nicht eine Spurdes Historischen zeigt sich in allen diesen Erzählungen. MitGustä^pendigt auch die Rustamsage, die sich durch den ganzen älteren Theildes Schäh-näme zieht. Was hei Firdosi nach Gustä^p folgt, ist, wieich überzeugt bin, ganz anderen Quellen entnommen. Die Regierun-gen von Behmen, Humäi, sind unbedeutend, die beiden Däräs aberstehen bei Firdosi nicht selbstständig da, sondern im engsten Zusam-menhänge mit der Iskendersage, welche, wie bereits Mohl gezeigthat 1 ), ganz und gar der griechischen entnommen ist. Die BerichteFirdosis über die Säsänidenzeit nähert sich mehr und mehr demChronikenstyl. Meine Ansicht ist daher, dass wir die ganze histo-rische Periode des älteren Perserreichs da anzuschliessen haben, woder ältere Sagenkreis absehliesst, nach Gustätjp, nicht aber ihn mitdemselben zu vermitteln, wie bisher geschehen ist.

Wir setzen demnach den Stifter der persischen Religion , nachorientalischen sowolals oceidentalischen Quellen in die vorhistorischeZeit. Hiermit ist natürlich durchaus nicht gesagt, dass wir auch dieReligionsschriften selbst so weit hinaufsetzen , wir haben bereits imersten Capitel dieser Einleitung die relative Aufeinanderfolge dieserSchriften angegeben und das Ende des altpersischen Reiches als denEndpunkt der altpersischen Literatur angegeben. Wir sind gewohntdiese Schriften im Allgemeinen mit dem Titel Zend-Avesta zubezeichnen, auch wol, wenn wir die Schriften der ersten Periodeim Besonderen bezeichnen wollen, von Zendschriften zu reden,d. h. Schriften, welche in der Zendspräche geschrieben sind. Ichdarf mich wol, um diese Einleitung nicht zu weit auszudehnen, derKürze wegen auf die Untersuchungen beziehen, die ich in meinerPärsigrammatik angestellt habe 2 ). Aus diesen geht hervor, dass sich

1) Cf. meine Abhandlung: Die Alexandersage bei den Orientalen, §. 2.

2) Pärsigrammatik, p. 1 ff. p. 205 ff.