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1 (1852) Der Vendidad
Entstehung
Seite
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In keiner Lehre aber berühren sich die Religionen dieser Zeit sonahe, als in der Lehre von den letzten Dingen. Diese Aehnlichkeitist so gross, dass man sie schon lange gesehen hat, wir beabsichti-gen hier diese Lehre etwas weitläufiger hervorzuheben und die Be-rührungspunkte nachzuweisen. Ueber die persische Lehre darf ichzumeist nur dasjenige sammeln, was ich schon früher besprochenhabe. Aus dem, was wir oben zu Anfang des zweiten Capitels gesagthaben, geht hervor, dass schon zur Zeit Alexanders die Lehre vonder Auferstehung bekannt gewesen sein muss. Aus Farg. XIX. 18.lernen wir, dass die Parsen einen späteren Propheten , Qaöshyaiitj,erwarten, andere spätere Schriften zeigen uns, dass später diesemeinem Erwarteten noch zwei andere, Oschedar-bämi und Oschedar-mäh, beigefügt wurden 1 2 ), aus einer Stelle des Minokhired, die ichanderwärts angeführt habe 8 ), lernen wir, dass jeder dieser Prophe-ten tausend Jahre lang regieren soll; der Ausdruck Hazäreein Tausend) wurde der ständige, bald gar nicht mehr verstandeneAusdruck für die Dauer der Regierungszeit eines solchen Prophe-ten 3 ). Weitere und genauere Mittheilungen machen spätere Parsen-biieher, wie das Ulemäi Islam ( p . 7. ed. Olshausen) und vor allemdas ziemlich späte Jamätjp-name. Das letztgenannte Werkchen,das ich abschriftlich aus einer oxforder Handschrift besitze ( Cod .Ousely nr. 559.), will zwar aus dem Huzväresch übersetzt sein(?>/ Jjü qLsj ji), verräth aber seinen neueren Ursprung

durch seine ziemlich spät neupersische Färbung, theils auch dadurch,dass es offenbar nicht blos sämmtliche Säsäniden, als auch die nach-folgenden Verwirrungen der Araber und selbst der Tataren kennt,demungeachtet enthält es gewiss ältere Ansichten und ich theile des-halb hier den Hauptinhalt, soweit er sich auf die Eschatologie bezieht,mit. Die Zeichen, Avelche nach dem Jämäfp-ndme gegen das Endeder Welt hereinbrechen, sind sehr schwere Plagen für die Menschen.Vor allem schwere Kriegszeiten, die Heere der Araber, Griechen undRömer werden an den Ufern des Euphrat zusammen kommen und einegrosse Schlacht schlagen, es w r erden so viele Menschen umkommen,

1) Die älteste Erwähnung des Oschedar-bämi und Oscheder-mäh findetsich in einer Huzväreschglosse zum Ya^na cap. 28. Hier heisst aber, wie imMinokhired der erste hios schlechtweg Itoschddar, der zweite Hoschedar-mäh.

2) Zeitschrift der D. M. G. I. p. 261.

3) Kleuker, Anhang zum Zeudavesta, I. p. 343.