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1 (1852) Der Vendidad
Entstehung
Seite
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Zweites Capitel.

Versuch, mit Beziehung des Parsismus, Buddhismus und Christen-thum eine neue Religion zu gründen. Wie zeitgemäss dieses Unter-nehmen war, das beweist die grosse Verbreitung die es bald erlangteund die Zähigkeit, mit welcher es den Sturz des Religionsstiftersüberdauerte und sieh bis lief ins Mittelalter erhielt. Leider sind dieBerichte, die wir über das System besitzen, blos aus Streitschriftenzu entnehmen, die orientalischen Quellen geben darüber so gut wiegar keinen Aufschluss. Firdosi widmet ihm blos fünf und dreissig Di-stichen (Tom. III. p. 1431 ff. ed. Macan), die aber über seineLehregar keine Aufschlüsse enthalten, sondern blos sagen, dass er Bildervon China mitgebracht habe und selbst in der Bildnerkunst sehr er-fahren gewesen sei. Noch kürzer ist Hainza von Isfahän (/?.50. ed.Gottwaldt ), aus dessen Berichte man aber sieht, dass er die ge-wöhnlichen Erzählungen schon gekannt haben muss. Am ausführ-lichsten und, wie es scheint, auch gut unterrichtet ist Mirchond *),der uns sagt, dass Mani mehrere Jahre in einer Höhle zugebracht,und, nachdem er daraus hervorgekommen, ein Buch mitgebrachthabe, von welchem er vorgab, es sei ihm geoffenbart worden. Nachdemselben Schriftsteller hat er auch von sich ausgesagt, er sei derParaklet, von welchem Christus gesagt, dass er nach ihm kommenAverde. Die Erzählung von dem Venveilen Manis in der Höhle , istavoI der Zarathustrasage nachgebildet, nach welcher Zarathustragleichfalls mehrere Jahre in einer solchen Höhle zugebracht habensoll 1 2 ). Der Paraklet wurde aber um diese Zeit von den Persern sogut erwartet, wie von den Christen. Eine andere Lehre dieser Zeit,'etwas später als die des Mani, war die des Mazdak, über die wirnoch weniger wissen als über die vorhergehende. Nach der Darstel-lung, die wir bei orientalischen Schriftstellern besitzen 3 ), scheinenzAA r ar socialistische Elemente, wie die Gemeinschaft der Frauen, einenIlauptbestandlheil seineLehre gebildet zu haben, doch lässt das Verbot,Thiere zu lödten, auch auf Beimischung buddhistischer Lehren schlies-sen. Ueber eine dritte Secte, die Zervaniten, berichtet der AraberSchähristäni, führt aber von ihnen blos ihre Speculalionen über denAnfang der Dinge an und nichts, was für unseru Zweck tauglich wäre.

Alle diese Sectirer wurden, wie man aus den Berichten deutlich

1) Mirchond bei de Sacy, Mem. svr div. antiq. de la Perse, p. 295IT.

2) Porphyrius, de Nymph. anlro, p. 253. 54. ed Cant. Kleuker, Anhangzum Z. Av. I. p. 116. 117.

3) Mirchond. I. c. p. 353 ff.