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1 (1852) Der Vendidad
Entstehung
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Zweites Capitel.

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Abgeschlossenheit hervorgetrelen, wenn auch aus anderen Gründen.Der Buddhismus, eine Religion, die sich von der alten Beschränktheitdes Brahmanismus (der blos für Inder bestimmt sein wollte) losma-chend, zu einer Weltreligion zu erheben trachtete, war auch west-lich über den Indus vorgedrungen. Die Rabulländer waren ganzbuddhistisch und blieben es bis der Islam auftrat*). Die buddhisti-schen Missionäre sind wol noch weiter vorgedrungen und, wenn wirchinesischen Nachrichten glauben dürfen, so war selbst Taberistanbuddhistisch. Die Säsäniden besassen aber gewiss Ländereien imOsten, man hat Münzen gefunden mit Sanskrit- und Huzvaresch-schrift 1 2 ), Beweis genug für ihre Anerkennung. Hinsichtlich des lite-rarischen Verkehrs mit Indien wissen wir gewiss, dass das Schach-spiel und das Panehatantra, welches später unter dem Namen Kalila-va-Dimna ins Arabische übersetzt wurde 3 ), aus Indien nach Persiengeholt wurde. Wahrscheinlich ist aber auch indische Medicin undAstronomie schon an den persischen Schulen gelehrt worden undsind die Araber auch hierin, wie in anderen Dingen, blos die Nach-folger der Perser.

Es fragt sich nun, nachdem wir den Zusammenhang der wis-senschaftlichen Bestrebungen der Perser in dieser Periode mit denGriechen und Syrern einer- und den Indern anderseits nachgewiesenhaben, ob man auch noch die Spuren nachweisen kann, dass die aus-wärtige Cultur Einfluss auf die persischen Ansichten gehabt hat. DieMittel zur Benutzung auswärtiger Ansichten war gross und der Neu-platonismus begünstigt bekanntlich den Synkretismus. Die strengenParsen mögen sich allerdings von allem Ausländischen entferntergehalten haben und daher die orthodoxe Ansicht weniger mit aus-ländischen Lehren vermengt worden sein. Am meisten dürfen wirwol die letzteren in den Seelen suchen, die sich in der Zeit der-säniden erhoben. Das manichäische Religionssystem ist ein

1) Man vergleiche die bekannte Reisebeschreibung des Chinesen Fa bian( fin. saec. F.), wo alles im Westen des Indus buddhistisch ist. Zu Mohammedben al Qasim kamen nach seinen Siegen die (Iramanas, um mit ihm über denFrieden zu unterhandeln, ganz wie auch in den singhatesischen Annalen in zwei-felhaften Fällen die Dienste der Priesterschaft in Anspruch genommen werden.Cf. Reinaud, Fragmens aralies et persans relatifs ä finde, p, 195.

2) Olshausen, die Pehlevilegenden, p. 57 tf.

3) Cf. die Stelle aus Firdosi, Sehahndme ed. Maean, T.IF, p. 174651.Ueber die Einführung des Schachspieles aus Indien cf. ibid.p. 1719 ff.