Druckschrift 
1 (1852) Der Vendidad
Entstehung
Seite
28
Einzelbild herunterladen
 

28

Zweites Capitol.

scheinlich fremd, dass es keinen Einfluss auf die Flexion gewonnenhat. Am tiefsten ist es noch ins Verbum eingedrungen, man kannVerba mit persischer Endung aus semitischen Wörtern bilden, z. 13.IsnrQinsa von ins, schreiben, pna-nnD, bleiben von *inD, i 7 Aa;pro-nsD vonböD, 'iaj fallen; 'pninpDN schenken, geben (= bakhsh)von pbn;jSniinN'j kommen, von ftnN u. s. w. Allein ist denn diesetwas anderes, als wenn wir im Deutschen studiren, promovi-ren etc. sagen, folgt hieraus weiter etwas als eine gewisse Bekannt-schaft mit einer fremden Sprache? Ja, noch mehr, es lässt sich ausden Handschriften selbst erweisen, dass der Gebrauch semitischerWörter rein facultaliv ist. Die Glossare, deren wir mehrere besitzen(z. B. Cod. Havn. nr. XXX.), führen für einen bestimmten BegrifFmeist das semitische und persische Wort neben einander au, die se-mitischen Zahlwörter nur bis 10, bei den höheren Zahlen sind siemir auch aus keinem Texte belegbar. Ebenso schwanken die Hand-schriften des Avesta selbst. Wo die eine ein rein persisches Wortsetzt, da steht in der anderen oft ein semitisches, in derselben Hand-schrift steht in öfter vorkommenden Stellen bald das persische Wortan der Stelle des aramäischen, bald umgekehrt. So wechseln in denHandschriften A (Cod. Lond. nr. 5) und BC (Cod. Havn. nr. I.fonds d'Anq. nr. 1.) folgende Wörter:ins* (inx) und DBiD ( = x*v) und isnVri; pnina (i. e. jährig v. tiaiD) mit p^ND (#ilwvon JLw), fmt* (= tfblN' der erste) und Dirns, so sobjid-i did( von und DjD = aiwi. varena Bedeckung, Bekleidung;

pNiDj Männer (von ftd^) und INinrnü (= ^loDyi), pltn Fuss(= ^1) und li<a (= <3 Lj)prunDTD:; (von DnD, DTiD) schrei-ben und pnuiD3 (= Q.x^ij.j), tOD"! rein und pj<B und viele andere.Man hat es als einen Beweis ansehen wollen, dass das Huzvärescheine erfundene Sprache sei, weil auch die Pronomina semitisch seien.Von diesen kann ich aber nur oder jp als sicher semitisch aner-kennen rp du und DiDi ihr, haben wohl nur eine zufällige Aehnlich-keit mit rjb und DDb, da das Pronomen der ersten Person *i, undpl*! mit dem semitischen durchaus nicht vergleichbar ist.

Wir dürfen wol durch das bereits Gesagte den literarischenEinfluss Griechenlands und Syriens auf Persien während der SAsA-uidenherrschaft für genügend erwiesen exachten. Uebersehen darfman dabei nicht, dass auch der indische Einfluss in dieser Zeitkein geringer war. Auch Indien war um diese Zeit aus seiner