Zweites Capitel.
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Sprachdenkmälern sich zeigt, welche zum grossen TheilUebersetzun-gen sind, welche sich knechtisch anschliessen und die wenig dazugeeignet erscheinen, den Genius einer Sprache darzustellen. DerHauptunterschied des Huzväresch von den früheren und späterenpersischen Sprachen besieht im Wortschatz. Es sind hauptsächlichzwei Arten von Fremdwörtern bis jetzt im Sprachschätze des Huzvä-resch unterschieden worden, semitische Wörter und — wie manwenigstens annimmt—• scylhische. Was die letzteren betrifft, sohabe ich schon anderwärts ausgesprochen, dass sich dieses fremd-artige Element durch richtige Punktation der einzelnen Wörter ge-wiss sehr verringern, wo nicht ganz ausscheiden lassen wird. DieAufnahme semitischer Wörter ist aber gar nicht zu bezweifeln undes fragt sich nur, wie man diese Einmischung erklären könne. Manhat bis jetzt gewöhnlich angenommen 1 ) dass jedenfalls, wegen dessemitischen Elementes, eine westliche Provinz des persischen ReichesdieHeimath des Huzväresch gewesen sein müsse. Ich darf es nun alsmeine vollkommenste Ueberzeugung aussprechen, dass wir ebenso we-nig nöthig haben, das Huzväresch wegen Beimischung semitischer Ele-mente in den Westen Iräns zu versetzen, als ein neupersisches odertürkisches Buch in der Nähe Arabiens geschrieben sein muss, weilarabische Wörter in demselben Vorkommen. Das Huzväresch in die-ser Gestalt hat wol nie als gesprochene Sprache existirt, es wardiese Einmischung fremder Wörter blose falsche Eleganz und Ge-schäftsstyl, ähnlich wie noch heute die Türken Werke, die auf Ele-ganz Anspruch machen, mit arabischen und persischen Wörtern über-laden, während das Türkische deswegen doch rein gesprochen wird,oder wie wir im vorigen Jahrhundert unsere Sprache durch den Ge-brauch französischer Wörter zu schmücken vermeinten. Dass diesdas wahre Verhällniss sei, zeigt meines Erachtens die Sachlageganz unwiderleglich. Einmal ist das Huzväresch auf den Münzen undInschriften immer dasselbe, gleichviel wo sie geschlagen und ange-schrieben wurden; Beweis genug, dass man von jedem Gebildetenerwartete, er werde soviel aramäisch verstehen um die darin vor-kommenden Fremdwörter deuten zu können. Dann ist aber auchdieses aramäische Element theils spurlos wieder aus dem Persischenverschwunden , theils ist es auch dem Huzväresch selbst so augen-
1) Lassen, 1. c. p. 54! nol. Indische Alterthumsk. I. p. 435. Knobel, dieVölkertafel der Genesis, p. 144. Firdnsi ed. Muhl, I. pref. p. XIII.