von syrischen Christen gegründet ward. Im sechsten Jahrhunderteunserer Zeitrechnung wurde, nach dem bestimmten Zeugnisse desAgathias 1 ), Plato und Aristoteles ins Persische übersetzt, auf aus-drücklichen Befehl Nuschirväns, der grossen Gefallen an den Schrif-ten dieser beiden Philosophen fand. Als der Kaiser Justinianus imAbendlande die neuplatonische Philosophie verfolgte, begaben sichsechs Philosophen an den Hof Nuschirväns 2 ) und wurden dort freund-lichst aufgenommen. Ein berühmter moslemischer Bibliograph, Mu-hammed ben Ishak, sagt in seinem Fihrist al kutub bestimmt, dassdie Perser schon in früher Zeit Werke über Philosophie und Arznei-kunde aus dem Griechischen übersetzt hätten 3 ). Grösser noch alsmit der griechischen Sprache selbst war aber gewiss die Bekannt-schaft mit der viel näher liegenden syrischen und man darf wol mitgrosser Wahrscheinlichkeit annehmen, dass die griechische Literaturgrossentheils in syrischen Uebersetzungen gelesen wurde. Hierfürspricht meines Erachtens auch die Sprache dieser Periode unwi-derleglich. Ueber das Huzväresch sind grossentheils so irrige Mei-nungen verbreitet, dass ich glaube, vielleicht etwas zur Förderungbeizutragen, wenn ich meine Ansicht über diese Sprache hier etwasweitläufiger auseinander setze.
Dass die Huzväreschsprache eine iranische sei, darf wol als einbestimmtes Ergebniss der neueren Forschung hingestellt werden 4 ).Von der älteren Sprache des Avesta ist sie durch einen weiten Zeit-raum geschieden und sieht ihr auch wenig mehr ähnlich. Sie hat dieFlexionen, die der altpersischen Sprache auch in ihrer späteren Ge-stalt immer noch in reichem Maasse zu Gebote stehen, fast [ganzverloren und sie steht in dieser Beziehung dem Neupersischen schonsehr nahe, wenn sie auch Manches noch erhalten hat, was späterverloren gegangen ist. Sie mag selbst noch mehr besessen haben alswir wissen, da schwerlich ihr ganzer Umfang in den erhaltenen
1) Jgath. L. II. e. 28.
2) Jgath. L. II. c. 30. 31.
3) Bei Wenrich 1. c. q* La-w ^ i ll"
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4) J. Müller, Essai sur le Pehlvi, im Journal asiatique 1839. Lassen,Zeitsclir. für die Kunde des Morgenlandes VI. n. 54iff.