Zweites Capitel.
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später, bei der wachsenden Macht des Islam. Unter diesen Umstän-den ist es schon von vornherein wahrscheinlich, dass diese drei Reli-gionen in nahe Berührung kommen und sich kennen lernen mussten.Die jüdische Bildung hatte, wie wir schon oben sagten, ihren Mit-telpunkt eben während der Säsanidenzeit in Babylonien, also aufpersischem Gebiete; während der Dauer des Säsänidenreiches wurdedort der babylonische Talmud abgeschlossen, nach Fürst, in seinemmehr erwähnten Werke, in den Jahren 188—498 n. Chr. Geb. Dortwaren die jüdischen Akademien , inNehardea, an einem Canaledes Eul'rat und Tigris, in dem zwanzig Farsangen davon entferntenSora, inPumbadita und in Machusa, wo auch eine christlicheAkademie bestand, waren die Hauptplätze jüdischer Gelehrsamkeit 1 ).Dass hei so naher Berührung der Verkehr ein genauer sein musste,versteht sich. Die Juden eigneten sich persische Rechtsansichtenan 2 ), und neigten sich in später Zeit auch zur persischen Sprachehin, die Christen fanden, dass Zoroasler von Christus geweissagthabe 3 ) und wir finden, wie sie noch in ziemlich später Zeit auf ihnRücksicht nehmen. Was aber allen gemeinsam war und von allenin hohem Ansehen gehalten wurde, das war die hellenistische Bil-dung , die griechische Philosophie, vorzüglich Neuplatonismus unddie Schriften des Aristoteles. Schon Aelian bezeugt, dass Homerins Persische übersetzt worden sei 4 5 ). In Edessa, wo die Syrereine hohe Schule hatten, bestand auch eine persische, welcher dievorzüglichsten Interpreten des Aristoteles Hibas, Probus und Cumasvorstanden 8 ), die persischen Jünglinge wurden dadurch mit griechi-schem Wissen vertraut. Nach dem Verfall der Schule zu Edessa bil-dete sich die zuNisibis, endlich die zu Gandisapor, die meist diemedicinischen Studien, den Hippocrates, pflegte und hauptsächlich
1) Cf. Fürst, 1. c. p. 5. 6. 106. 107. 114. 170. 171. und sonst. Ist es einbloses Spiel des Zufalls, dass die zwei vielfach von Parsen bewohnten St'adlein Indien Bombay (Mumbaditha in indischen Schriften) und Surale so nahe auden Namen der beiden jüdischeu Academien anklingen?
2) Fürst, 1. c. p. 98.
3) Assemani, Bibi. Or. T. III. P. II. p. 229. 316.
4) Aelian, Var. hist. XII. 48. Ueber die Theilnahme der Perser an grie-chischer Bildung überhaupt sehe man : JFenrich, de auclorum graecorum vcr-sionibus et commentariis syriacis, arabicis, armeniacis, persicisque. Lipsiae1842’. p. 59 ff.
5) Assemani, Bibi. Or. T. III. P. II. p. 943.