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Zweites Capitel.
als den Juden und Christen feindlich bezeichnen. Ardeschirl. wehrtezwar den Juden das Begraben der Todten, die Reinigungsbäder etc.als den Grundansichten der persischen Religion zuwiderlaulend, aberRab Samuel, einer der berühmtesten Rechtslehrer der Juden in dieserZeit, w r ar viel um den persischen Herrscher und wusste ihn zurMilde gegen seine Glaubensgenossen zu stimmen 1 ). Sehäpür, derSohn. Ardeschirs, war gegen die Juden gleichfalls wohlwollend ge-sinnt, Samuel stand bei ihm in so hoher Gunst, dass man ihn scherz-weise selbst ,,König Schähpür“ nannte 2 ). Schähpür II., der dieChristen so bitter verfolgte, war den Juden gewogen, da seine Mut-ter, Il'ra, eine grosse Vorliebe für die Juden hatte 3 ). Unter den Nach-folgern Schähpiirs II. (Ardeschir II., Schähpür III., Behräm IV.,Jesdegirtl.) genossen die Juden eine ungestörte Ruhe und Rab Asche,ein berühmter Lehrer derselben, w r ar im Palaste hochgeachtet 4 5 ).Die Christen hatten, politischer Rücksichten wegen, mehr Verfol-gungen zu erdulden; seit das Christenthum im römischen ReicheStaalsreligion geworden w'ar, befürchtete man eine Hinneigung derChristen zu ihren abendländischen Glaubensgenossen, mit welchendie SAsänideu in beständigen Kriegen lebten. Später, als die Christensich in Secten getheilt hatten und dieNestorianer anfingen, im persi-schen Reiche festen Fuss zu gewinnen, begünstigte man dieselbenauf Kosten der orthodoxen Kirche. Von mehreren der späteren Sä-sänidenherrscher wissen wir, dass sie den Nestorianern günstig ge-stimmt waren. Jesdegirt I. war es, bis ihn dieselben durch ihr un-kluges Benehmen gegen sich aufbrachten. Die Christenverfolgungunter Vararanes V. wurde gemässigt durch Acheballa (Lp^ 1 ^^ilc),bis sie beim Ausbruche des Krieges zwischen Römern und Persernaufs Neue begann 8 ). Peroses begünstigte dieNestorianer, ChosruParviz gleichfalls, ebenso Chosru ben Nuschirvän 6 ). NestorianischeSchulen blühten in Persis, in Choräsän noch in viel späterer Zeit 7 ),sie sind also gewiss auch während der Säsänidenherrschaft dagewe-sen , w'o das Christenthum in Persien ungleich verbreiteter w r ar als
1) Fürst, Culturgesch. der Juden in Asien, p. 96. 98.
2) Fürst, I. c. p. 99.
3) Ibid. p. 186. 187.
4) Ibid. p. 204. 236.
5) Assemani, bibl. Orient. III. P. 2. ]). 398.
6) Assemani, l. c. p. 68. 407. 409. 411.
7) l. c. p. 341.
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