Erstes Capitel.
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als Alexander müssen diese Schriften jedenfalls verfasst sein. Sehenwir uns aber nun die persischen Religionsschriften genauer an, soist es offenbar möglich, innerhalb derselben wieder mehrere Periodenzu unterscheiden. Von Zarathustra selbst rührt in den uns erhaltenenSchriften des Avesta offenbar sehr wenig, vielleicht gar nichts her,das meiste kommt von verschiedenen und späteren Verfassern. Ver-* schieden müssen aber die Verfasser schon deswegen gewesen sein,weil die Schriften des Avesta in mehrerlei Dialecten geschrieben sind.Ich habe bereits an einem anderen Orte weitläufiger auseinanderge-setzt 1 ), dass der Dialect, in welchem der zweite Theil desYa^na ge-schrieben ist, der älteste sein muss, da er in den anderen Theilen desAvesta bereits vorausgesetzt wird. So sind die beiden berühmtestenGebete der Parsen: yathä. ahü. vairyö (Honover) und Ashem vöhüin diesem Dialecte geschrieben; über dieselben liegt im 19. und20. Capitel des Ya§na bereits eine Art Commentar vor, imVendidadwerden die genannten Gebete gleichfalls genannt, ebenso anderewelche in diesem Dialecte geschrieben, sich im zweiten Theile desYatjna befinden. ImVispered werden die verschiedenen Abtheilungendes zweiten Theiles des Ya§na geradezu angerufen. Endlich habeich bereits darauf aufmerksam gemacht 2 ), dass es den Anschein habe,als ob der zweite Theil des Ya§na zu der Zeit als Ya$na und Vispe-red zu liturgischen Zwecken verbunden wurden, noch als ein selbst-ständiges Buch existirt habe. Die sprachlichen Eigenheiten des Dia-lectes, obwol nicht völlig entscheidend, sprechen doch laut für dasAlter desselben in mehreren beachtenswerthen Einzelnheiten.
Alle diese Gründe zusammengefasst sprechen dafür, dass derzweite Theil des Yatjna der älteste sei. Nur sehr unbedeutend undkaum der Rede werth sind die Fragmente, welche sich sonst nochin diesem Dialecte erhalten haben. Bei den übrigen Schriften desAvesta bietet die Sprache keinen Anhaltspunkt zur Unterscheidungder Schriften unter sich, nur von dem zweiten Theile desYa^na sindalle andern Schriften sprachlich geschieden. Hier lassen sich aberaus dem Inhalte weitere Bestimmungen folgern. Dem Inhalte nachist der Vendidad wol nach dem zweiten Theile des Yatjna unzweifel-haft das älteste Stück, da er noch belehrend und bestimmend in das
1) Cf. Weber’s Indische Studien I. p. 303 ff. und meine Bemerkungen zuFargard XIX. 74.
?) Indische Studien I. p. 313.