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Erstes Capitcl.
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persische Religionssystem eingreift. Dagegen sind die übrigen Stückeblose dogmatische Zusammenfassungen der Attribute und Thateneinzelner Genien, wie die Yeschts, oder blose Anrufungen derselben,wie sie den Ilauptcharakter des ersten Theiles desYatjna ausmachen.Dies hindert nicht, dass einzelne ältere Materialien benützt sein kön-nen. So beruhen die Stücke, welche den Cultus des Ilaoma besprechen(Yatjna cap. IX. X. XI) gewiss auf älteren Grundlagen, selbst cap.XIX. desselben Buches dürfte an Aller dem Vendidad nicht bedeu-tend nachstehen. Die Sprache dieser letzteren Stücke des Avestaerinnert vielfach an die der Inschrift des Artaxerxes II. In beidenDenkmalen sind die Flexionen schon im Absterben begriffen, dieApposition steht nicht mehr im gleichen Casus mit dem Substantive,zu welchem sie gehört, der Nominativ steht statt des Genitivs oderAccusativs, imPluralis sind schon Spuren vorhanden, dass der Genitivstatt der übrigen Casus gesetzt werde, wie denn auch später die Ge-nitivendung wirklich die übrigen Endungen verdrängt hat. Diessalles ist nun freilich noch kein bestimmter Beweis, dass die Sprachedieser Stücke und die Inschrift des Artaxerxes aus derselben Zeitstammen müsse; denn hei dem einen Dialecte kann der Verfall frühereingetreten sein, bei dem anderen später. Bei Werken aus diesemAlterthume muss man aber zufrieden sein, wenn man nur einen un-gefähren Anhaltspunkt gefunden hat, auf eine ganz genaue Zeitbe-stimmung darf man sich hier nicht Rechnung machen. Wir dürfenalso im Kurzen als das Ergebniss unserer Untersuchungen ansehen,dass der Gehalt der älteren Schriften des Avesta über die historischeZeit hinaufgehe; die Niederschreibung desselben aber spätestens zurZeit des Artaxerxes II. stattgefunden habe, zum Theiie auch früher.
ZWEITES CAPITEL.
Unsere’ bisherigen Untersuchungen haben den Zweck gehabt,die Geschichte der persischen Religion und Cultur während ihrer äl-testen Periode zu zeichnen. Wir haben das persische Volk zu einerZeit kennen gelernt, wo es als selbstständiger Volksstamm nochnicht existirte, wo seineEntwicklung noch mit der Entwicklung allerindogermanischen Völker eine und dieselbe war. Wir haben dann