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1 (1852) Der Vendidad
Entstehung
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wandtschaft der Götlerlehre anzudeuten. Einen ganz sicheren Beweisfür den semitischen Einfluss haben wir aber in der altpersischenSchrift. Alle Alphabete der Perser ohne Ausnahme sind semitischgefärbt, auch das der Keilinschriften. Weitere Andeutungen einessemitischen Einflusses im Avesta sind sehr schwach, dahin dürfenwir vielleicht das Wort tanüra zählen, das im achten Fargard desVendidad vorkommt und gewiss das semitische wisn ist. Doch istauch die semitische Form nicht ganz sicher semitischen Ursprungs(cf. Ges. Thesaurus s. v.), so dass also dies zweifelhaft bleiben muss.Eine Opposition gegen den semitischen Gebrauch der lauten und lär-menden Todtenklagen kann man in einer Stelle des dritten Fargardsehen 1 ), wenn wir anders diese Stelle richtig erklärt haben. Ob dieLehre von der endlichen und unendlichen Zeit, welche sich bei denParsen nachweisen lässt, babylonischen Ursprungs sei, bleibt gleich-falls zweifelhaft, wie wir neuerlich in einer besonderen Abhandlungerörtert haben 2 ).

Aus dem Gesagten wird nun wol so viel klar werden, dass wirdas Avesta dem innern Gehalt nach als so alt, wo nicht älter haltendürfen, als die historischen Nachrichten über Persien hinaufreichen.Die späteren, einzeln erhaltenen Nachrichten der Griechen und Römerüber persische lleligionslehren und Philosopheme stimmen damit aufdas merkwürdigste überein, nur dürfen wir nie vergessen, dass dieseeinzelnen Nachrichten aus sehr verschiedenen Zeiten herrühren undnur für ihre Zeit beweisend sind. Ob damals Zarathustra als Stifterder persischen Religion angesehen wurde, ist zweifelhaft, aber dochwahrscheinlich. Die Keilinschriflen erwähnen ihn zwar nirgends, esist aber auch nirgends eine Veranlassung dazu da; das hohe Aller,das ihm aber schon die classischen Nachrichten zuschreiben, lassenschliessen, dass er schon damals eine mythische Person gewesensein müsse. Wir werden weiter unten Gelegenheit haben, die Frageüber seine Lebenszeit genauer zu untersuchen. Die Eroberung Per-siens durch Alexander und der darauf folgende Verfall der persischenReligion ist jedenfalls der Endpunkt der altpersischen Religion, früher

1) Cf. Farg. III. 37. mit Gen. XXIII. 2. 1. Sam. IV. 1?. Hiob II. 12. undvielen anderen Stellen des alten Testaments.

2) Im fiinflen Bde. der Zeitschrift der D. M. G. Von der Verehrung derunendlichen Zeit in alter Zeit will wenigstens Agalhias wissen p. 58. ed. Nieb.:To fi'tv yag nalaiov (oi Hegdai) z Ha re xai Kgovov, xal tovtovs <)f hnavzusrovg nagEU.rjdi. dgvXhouH'ovs Irtuaiv deovg.