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1 (1852) Der Vendidad
Entstehung
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Erstes Capitel.

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Brahmanen bis zum sechzehnten, für den Khshatriya bis zum zwei-undzwanzigsten, für den Vai$ya bis zum vierundzwanzigsten 1 ).Nach der Umgürtung soll der Lehrer dem Schüler die Vedas lesenlernen und die Reinigkeitsgebräuche lehren 2 ). Der Parse kann biszu seinem siebenten Jahre nichts Uebles thun, thut er etwas, so fälltdie Schuld davon auf seine Aeltern. Mit demKosti oder dem heiligenGürtel wird er bekleidet im siebenten Jahre in Indien, im zehntenbei den Parsen die inKirman leben. Vom siebenten bis zum zehntenJahre fällt die Hälfte der Schuld an dem Uebeln, welches das Kindthut, auf die Aeltern. Mit dem zehnten Jahre tritt der Parse nachAnsicht der Ravaets förmlich in die Gemeinschaft der Parsen, nachandern Büchern scheint das fünfzehnte Jahr das zu sein in welchemder Parse in die religiöse Gemeinschaft eintreten muss 3 ).

Alle diese Spuren gemeinschaftlicher Entwicklung, die wir hierbei Indern und Persern nachgewiesen haben, stammen natürlich ausvorhistorischer Zeit, aus derZeit, wo dieselben noch ungelrennt bei-sammen wohnten. Es linden sich nun auch Spuren, welche daraufschliessen lassen, dass die Trennung der beiden Völker, zum Theilewenigstens, aus religiösen Gründen erfolgt sei. Mag es immerhinein Zufall sein, dass Ahura, der höchste Gott der Perser, als Asurabei den späteren Indern unter die bösen Geister verwiesen ist 4 ), sokann man es doch kaum als einen solchen betrachten, wenn die

1) Äfvalayana Grihya-sutr: 1. 20. ashtaine varshe brahmanam upanayedgarbhashtame vaikadage khshatriyam dvädafe vaifyam ä shodafäd bräbma-nasyanatitah kala ä dvävimfat khshatriyasyd chaturvimfad va^yasyata urdhvampatitasavitrika bkavanti. Ich verdanke die Mittheilung dieses wichtigen Werkesder Güte des Herrn Prof. Roth in Tübingen. Cf. übrigens auch Manu 11.3638.Yäjnavalkya I. 14. 37. ed. Stenzler.

2) Man. II. 69. Yäjnav. I. 15.

3) Anquetil ZAv. II. 551.52. ( usages civils et religieux des Parses), Sad-der portaL, bei Ilyde religio vet. Persarum. ed. \ma p. 462. ,,Quando aliquis15 annos nalus fuerit, praeceptum esl ut cingulum induat. Sie enim dixitDeslür bealissimus, a nuutm mensibus quibus in malris venire J'uit, debetcomputum suitm accipere, cum secundum hvjus religionis praeceptum indu-turus est cingulum. Ad 15 ergo annos cingulum induant tarn viri quam fe-minae nam sic est dictum veterum , cum vir autfemina sit 15 annorum etmedium cingulo non accinxerit , nemo ei det vel aquarn vel panem.

i) Abgeleitet von asu = prajna, Weisheit, Vernunft im Nighantu. DasWort asura hat im vedischen Sanskrit auch eine gute Bedeutung es heisst:sarveshäm pränadah. Cf. Sayana ad Rigv. XXXV. 7. 10.